Finanzminister Schäuble (CDU) will Rente mit 70

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Im November 2015 habe ich einen Artikel über den Vorschlag von Ulrich Grillo, dem Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters geschrieben. In der letzten Woche (also nur 4 Monate nach dem Vorstoß des BDI Chefs) hat sich nun auch Finanzminister Wolfgang Schäuble für eine „spätere“ Rente ausgesprochen. Im Gegensatz zu Grillo schlägt der Finanzminister aber eine Rente mit 70 vor. Exakt diese Form der „Salami-Taktik“ habe ich bereits in einem Artikel prognostiziert. Aber lesen Sie selbst:

In der WirtschaftsWoche spricht sich Ulrich Grillo, der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie, für eine Steigerung des Renteneintrittsalters von bisher 67 auf 85 Jahre aus.

Selbstverständlich meint es der Chef des BDI nur gut mit den Deutschen, denn seiner Meinung nach steigt ja deren Lebenserwartung alle vier Jahre durchschnittlich um ein Lebensjahr. Auf welche Belege sich Grillo für diese wundersame Verlängerung des durchschnittlichen Lebensalters überhaupt stützt, erwähnt der Unternehmer nicht.

 

Seiner Meinung nach ist es aber völlig legitim, wenn man als Faustformel von der durchschnittlichen Lebenserwartung 15 Jahre subtrahiert, um das Rentenalter zu errechnen.

 

Fakt ist aber, dass die statistische Lebenserwartung bei Männern momentan bei 79 Jahren und bei den Frauen bei 83 Jahren liegt und hiermit die seltsam krude Rechnung des BDI-Chefs zu ungunsten des Arbeitnehmers nicht aufgeht.

 

Wenn die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes in Deutschland momentan 79 Jahre beträgt und man davon 15 Jahre subtrahiert, erhält man als Ergebnis aber 64 und nicht 67 Jahre.


Aber selbst, wenn es diese mysteriöse Verlängerung der Lebenszeit tatsächlich geben sollte, bleibt fraglich, inwieweit eine verlängerte Lebenszeit denn überhaupt tatsächlich auch aktiv genutzt werden kann, oder ob es sich lediglich um eine längere Liegedauer in einem Pflegebett handelt –möglicherweise angeschlossen an eine Magensonde.


Im Zuge der Refugees-Welcome-Euphorie
 wurden Politiker und andere prominente Zeitgenossen nicht müde, immer wieder zu betonen, dass wir ja in einem der »reichsten Länder der Welt« leben.

 

Da stellt sich bei solchen Forderungen wie der von BDI-Chef Grillo doch die Frage, warum ein so reiches Land wie Deutschland dann so grausam zu seinen Arbeitnehmern sein sollte. Da kann doch etwas nicht stimmen!


Eine Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter ist vor allem eines: zynisch. Dass sich mit Statistik hervorragend lügen lässt, wusste schon Winston Churchill. Wer das Renteneintrittsalter weiter anheben will, hat eigentlich eine knallharte Enteignung der Rentenbeitragszahler im Sinn.

 

Schon jetzt erleben viele hart arbeitende Menschen ihren Renteneintritt nicht mehr und damit verfällt schließlich auch ihr Anspruch auf Rente, denn anders als zum Beispiel in Griechenland können Rentenansprüche in Deutschland nicht an Familienmitglieder vererbt werden. Das eingezahlte Geld ist dann aber nicht weg, es hat nur wieder jemand anderes …


Wenn also das Renteneintrittsalter steigen sollte, dann muss sich jeder sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer selbst eine Frage stellen – die Frage nämlich, ob er sich das alles überhaupt weiterhin antun will und ca. 20 Prozent seines Einkommens verschenken möchte, denn mit jeder Erhöhung des Renteneintrittsalters steigt auch die Wahrscheinlichkeit, niemals selber in den Genuss seiner Rente zu kommen, sondern gleich im Sarg zu landen.

 

Menschen wie Ulrich Grillo muss man diese Ideen aber schon fast nachsehen, denn Bodenhaftung ist ab einer gewissen gesellschaftlichen Stellung relativ selten zu finden. Noch rarer wird der Realismus bei diesen Menschen, wenn sie an solch illustren Treffen wie den Bilderberger-Konferenzen teilnehmen.

 

Diese Treffen finden seit 1954 unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und bringen angeblich konkurrierende Politiker und Wirtschaftsgrößen an einen Tisch. Bei den Konferenzen stellt ein eiserner Kodex – die Chatham House Rule – sicher, dass keiner der Beteiligten jemals für seineÄußerungen verantwortlich gemacht werden kann.


Grillo war 2013 Teilnehmer des Treffens in Hertfordshire. Vielleicht wurde er dort von den anderen anwesenden »Philantrophen« wie u.a. Henry Kissinger, Christine Lagarde (IWF) und auch Christian Lindner (FDP) zu einer solch überaus schöngeistigen Idee inspiriert?

 

In Gefährlich! Band 2 berichte ich mehr darüber, mit welchem diabolischen Prinzip der Einzelne in ein Zahnrad aus Fleisch verwandelt werden soll und was er ganz konkret dagegen tun kann. Zeitgenossen wie der BDI-Chef Grillo hassen dieses Buch höchstwahrscheinlich, denn es bedroht die Größe ihre Schafherde.

Die Vergangenheit hat gelehrt, dass die Herrschenden ihre Schafherde gerne mit der Schock-Strategie leiten: Aus dem Nichts wird ein Horrorszenario in den Raum geworfen (Rente mit 85). Nach dem Schock lässt man etwas Gras über die Sache wachsen und realisiert dann ein minimal milderes Vorhaben (zum Beispiel die Rente mit 75). Der Widerstand wird deutlich harmloser ausfallen, denn es ist »ja doch wieder nicht so schlimm gekommen …«

 

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Der Hofberichterstatter Tim Sebastian und sein ärmliches Interview mit Frauke Petry

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Frauke Petry (AfD) gab dem englischen Journalisten Tim Sebastian in der Sendung „Conflict Zone“ ein Interview. Die Sendung wurde für die Deutsche Welle in englischer Sprache aufgezeichnet.

Bereits in der Anmoderation des Interviews wird klar, wessen Geistes Kind der „Journalist“ Tim Sebastian ist. In der Manier eines mittelalterlichen Großinquisitors fabuliert er über „apocalyptische Formulierungen“ der AfD und speit geradezu das Wort „deutsche Kultur aus“. Wer seine Aufmerksamkeit aber auf die Körperhaltung des Journalisten richtet, bemerkt, dass dieser die mangelhafte Streckung seiner Wirbelsäule mit einer Variation der merkelschen Raute zu kompensieren versucht. Dies soll jedoch nicht die einzige Verwandtschaft zu Angela Merkel und der Bundesregierung bleiben.

Wer sich gelegentlich englische Journalisten ansieht, kennt den Prototyp des „Rottweilers“, auf den sich auch Tim Sebastian bezieht: Jerry Paxman. Die Blaupause der Interviews sind immer gleich: Vorbereitete Zitate, die den Gästen immer wieder in aggressiver Art und Weise um die Ohren gehauen werden. Die Motivation dahinter: Provokation unüberlegter Antworten.

Exakt dies war nun auch der Plan für das Interview mit Frauke Petry. Anders als andere Interviewpartner reagierte die Bundesvorsitzende der AfD besonnen auf die tribunalartige Inszenierung eines Interviews. Das ärgerte den Großinquisitor Sebastian dann so sehr, dass er sein Verhalten als „Art der freien Presse“ bezeichnete und „er die Fragen stelle, die er stellen wolle“. Die ruhige und besonne Weigerung von Petry auf manipul-ative Zitate so wie von Tim Sebastian gewünscht zu antworten, reizte den englischen Journalisten maßlos. Dies gipfelte in der Unterstellung, Petry hätte ihm wohl lieber vor Beginn der Sendung ein Skript mit erlaubten Fragen gegeben, anstelle sich seinen (extensiv wiederholten) Fragen zu stellen.

Wer hingegen sehen möchte, wie fair Tim Sebastian sein kann, sollte sich sein Interview mit Peter Altmeier (CDU) ansehen. Dort unterbricht Sebastian zwar ebenfalls und hält auch Zitate vor, aber alles auf einem völlig anderem Niveau und deutlich respektvoller als im Interview mit Frauke Petry.

Die Rezeption des Interviews in den bundesdeutschen Medien spricht dann erneut Bände. Tim Sebastian wird als „gut vorbereitet“ „preisgekrönter britischer Moderator“ verkauft, der „rigoros nachfragt“ und „auf klaren Antworten beharrt“.
Frauke Petry bezeichnet die Medien gelegentlich als
Pinocchio-Presse“  und sie hat (zumindest hier) recht. Wenn ein Journalist so undifferenziert über dieses Tribubal im TV-Format berichtet, könnte er z.B. auch bei einem Roland Freisler „Eloquenz“ und „Wortwitz“ attestieren.
Doch die
Pinocchio-Presse“ belässt es nicht dabei. Frauke Petry wäre „demontiert“, „gegrillt“, „in die Mangel genommen“, „zurechtgewiesen“ worden. Dies verwundert den objektiven Beobachter, der zumindest über rudimentäre Englischkenntnisse verfügt dann doch. Man kann zu Frauke Petry und der AfD stehen wie man will, blamiert hat sich die Politikerin hier aber keinesfalls. Wenn sich jemand disqualifiziert hat, dann ist es der Journalist Tim Sebastian mit seiner regierungsfreundlichen Art und seiner Häme gegenüber einer Oppositionspartei.

Aktueller Arbeitgeber von Tim Sebastian ist die Deutsche Welle. Die Deutsche Welle ist der Auslandsrundfunk der BRD und Teil der ARD, also Staatsfunk, finanziert durch die Bundesregierung – mit den Zwangsbeiträgen der Deutschen. Da ist es doch selbstverständlich, dass man bei „guten“ Gästen wie dem Chef des Bundeskanzleramts (Altmaier) hübsch freundlich ist, ganz im Gegensatz zu deren politischen Gegnern, zu denen eben Frauke Petry gehört.
In diesem Zusammenhang ist es weiter interessant, dass Tim Sebastian ebenfalls an der Sendung „The New Arab Debates“ beteiligt ist, eine Sendung die sich vor allem dem mutmaßlich fremdfinanzierten „Arabischen Frühling“ verschrieben hat. Sollte es also im Hinblick auf die regierungsfreundliche Einstellung der Deutschen Welle und die eher islamkritische Ausrichtung der AfD sogar eine doppelte Befangenheit des Journalisten Sebastian gegeben haben?

Davon abgesehen disqualifiziert sich Sebastian auch persönlich auf eindrückliche Art und Weise, als er Petry fragt: „Warum interessiert sich eine Partei für den Penis?“ Damit sinkt das Interview auf unterirdisches Niveau ab und demonstriert erneut seine absolut destruktive und voyeuristische Absicht. Ziel des Interviews war nichts anderes, als der Versuch der persönlichen Diskreditierung von Frauke Petry und die Schädigung der AfD. Tim Sebastian fabuliert über die freie Presse, geriert sich in Conflict Zone aber als tendentieller Hofberichterstatter der Bundesregierung. Anstelle von interpretativen Journalismus findet lupenreiner Meinungsjournalismus statt – staatlich finanziert!

Nach diesem Interview muss attestiert werden: Frauke Petry hat sich gut geschlagen und sie hat recht gehabt, wenn sie die Medien als „Pinocchio-Presse“ betitelt: Tim Sebastian sollte als „Kavallerie“ soviel Schaden wie nur möglich anrichten. Den Rest sollte die „Artillerie“ der versammelten Medienmeute von der BILD, FAZ, SZ, Welt, Zeit u.a. mit einem Flächenbombardement dann richten. Diese gleichgeschaltete Medien-operation ist beeindruckend anzusehen, hat aber ein Problem: sie hat nicht wie gewünscht funktioniert.

Nach dieser (für die Medien) unrühmlichen Episode stellt sich natürlich eine Frage: Wie sollten konservative Politiker überhaupt mit der Presse umgehen?

Die Medien haben eindeutig und eindrucksvoll bewiesen, dass es sich bei ihnen mehrheitlich keinesfalls mehr um neutrale Instanzen zwischen den Parteien handelt, sondern um Akteure innerhalb des Gefüges. Aus diesem Grund sollte man die Medien wie den politischen Gegner behandeln: Offensiv und mit dem Mut zum Dissens, anstelle um einen Konsens bemüht zu sein. Erklärungen und Rechtfertigungen werden zur Munition zweckentfremdet, mit der lediglich möglichst großer Schaden angerichtet werden soll.

Ironischerweise gibt Tim Sebastian in seiner Hofberichterstattung selbst den Hinweis, wie die AfD mit den Medien umgehen sollte. Die Medien stellen vielleicht die Fragen, aber sie können nicht die Antworten diktieren – egal wie oft sie die Fragen auch in unterschiedlichen Varianten stellen mögen. Provokation und Agression obliegt nicht nur „mehrfach dekorierten“ Journalisten. Aber können diese Journalisten wirklich mit jeder Form der Antwort umgehen? Vertragen die „Kuschelmonster“ nach Merkels Gusto tatsächlich Gegenwind?

Fast schon abstrus lächerlich wird es, wenn man den Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei „Anne Will“ mit dem Verhalten der Medien insgesamt und im Speziellen mit dem Interview von Frauke Petry in Conflict Zone vergleicht. Merkel erfährt geradezu Ehrfurcht, Anbiederung und Wohlwollen, während Frauke Petry (wie jeder AfD Vertreter) lediglich Aggression, Ressentiments und sonstigen Widerstand erfährt. Wie war das nochmal mit der Meinungsfreiheit?

Am Ende sind es aber die Bürger an den Wahlurnen, die über Erfolg und Niederlage einer politischen Bewegung entscheiden. Die Entfremdung mit den Massenmedien und den etablierten nimmt täglich zu. Wenn Journalisten den Dissens fordern, warum sollte man ihnen diesen verweigern? Auch Konservative können die Ärmel hochkrempeln und auf den Tisch hauen – vielleicht ist es sogar genau das, was auch der Bürger erwartet!

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Bekanntgabe der Gewinner

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Normalerweise würde ich mich an dieser Stelle ja gerne für die Teilnahme am aktuellen Oster-Gewinnspiel bedanken (wurde im Newsletter ausgeschrieben). Da es aber schlicht und einfach KEINE Teilnehmer gab, komme ich anstelle dessen meiner Pflicht nach und veröffentliche (wie versprochen) die Ostereier samt „Gewinner“:

Preis 1: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 2: 1x  Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand:

Preis 3: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 4: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 5: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Ich spende die Gewinne nun mir selbst und werde meinen Spaß damit haben.

Ätschibätschi!

 

Landtagswahlen: (K)eine Wahlempfehlung

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Die Landtagswahlen in Baden-Würtemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz stehen vor der Tür. Niemals in meinem Leben würde ich an dieser Stelle eine Wahlempfehlung abgeben. Was aber würde gegen eine Empfehlung für`s Nichtwählen von Parteien sprechen?

Beginnen wir mit dem größten Übel überhaupt: der CDU. Ich stehe dazu: Ja, ich habe eines Tages dazu beigetragen, dass Angela Merkel Kanzlerin wird – das war 2005. Danach habe ich „Mutti“ und damit die CDU nicht mehr gewählt. Heute bereue ich aber meine Stimmabgabe.
Natürlich handelt es sich um Landtagswahlen, aber gerade im Fall der CDU ist das Schicksal der Landes-CDU besonders eng mit dem Schicksal der Bundes-CDU verbunden – ich denke hier besonders an die 9 Minuten Standing Ovations Ende 2015, während bereits klar war, dass mehr als 80% der Bevölkerung den Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage strikt ablehnten. Dennoch applaudierten die CDU´ler ihrer „Mutti“ und sie tun es auch jetzt noch, vom zaghaften Kläckner Plan „A2“ einmal abgesehen.

In der CDU gab es keinen Aufstand der Anständigen, die Mitglieder lassen ihre Bundeskanzlerin begeistert gewähren. Aus diesem Grund ist die CDU auf unbestimmte Zeit unwählbar. Durch ihre Haltung in der Flüchtlings-krise hat sich die CDU selbst abgeschafft, denn Unterschiede zur SPD verschwimmen vielerorts. Konservativ ist die CDU definitiv nicht mehr, eher ist sie irgendwo im linksliberalen Spektrum angesiedelt.

Machen wir weiter mit der nächsten (ehemaligen) großen Volkspartei, der SPD. Sigmar Gabriel versuchte die Flüchtlingspolitik von Mama Merkel rechts zu überholen, wurde dabei aber nicht von seinen Parteigenossen wie z.B. Ralf Stegner nicht unterstützt. Dennoch wirkt die SPD 2016 aber so, als hätte sie sich irgendwo dennoch leicht rechts der CDU positioniert. Wo das genau ist und was das genau bedeutet, nun ja – wer weiss das schon so genau? Neben der sehr unkrititischen und somit willigen Gefolgschaft von Mutti scheint die sonstige Programmatik lediglich aus einem neblösen „Kampf gegen Recht“ zu bestehen und die einzelnen Protagonisten der Partei fallen in Talkshows mit der krampfhaften Rezitation ewig gleicher, ollen Kamellen auf. Das Verhalten der SPD als Regierungspartei in der Flüchtlingsfrage lässt sich als verantwortungslos und sehr unkritisch gegenüber Mama Merkel charakterisieren. Die SPD ist ebenso wenig wählbar wie die CDU, aber insgesamt einfach überflüssiger als schädlich.

Wobei wir bei der nächsten Partei im Bunde wären – den GRÜNEN. Oder besser den Grün+Innen. Worin genau besteht jetzt die Leistung dieser ehemaligen Öko-Partei? Insgesamt produzieren die Vertreter dieser partei vor allem sehr viel heiße Luft, wahrscheinlich aber noch nicht einmal umweltfreundlich. Der Fall Volker Beck („Breaking Beck“), bei dem bei einer Polizeikontrolle vermutlich Crystal Meth gefunden wurde, spricht Bände. Beck war schon seit längerer Zeit im Kreuzfeuer, da er in seiner Nähe einige unkritische Texte zum Thema Pädophilie verfasst hatte und dennoch nicht aus der Partei ausgeschlossen wurde. Dennoch wird die Partei unter Kretschmann in Baden-Würtemberg triumphieren, da die Menschen einfach die Schnauze von der CDU voll haben. Kretschmann kann vielleicht eine Prise Realpolitik bescheinigt werden, aber dennoch ist sein grünes Parteibuch ein Grund für eine Nichtwahl. Was gibt es sonst über die Grünen zu sagen? Zum einen sind sie erschreckend schlecht informiert (Renate Künast) und auch ziemlich unappetitlich (Claudia Roth). Ansonsten langweilt die Partei mit ollen Kamellen aus der 68`er Ideologie.

Zuletzt wären wir dann bei der linken Die Linke angekommen. Ähnlich wie die Grün*Innen verfügt die Partei zumindest über eine Lichtgestalt, eben Sarah Wagenknecht. Ansonsten gibt es äußerst viele Totalausfälle und eben eine wenig attraktive Ideologie aus längst vergangenen Tagen. Von den hier genannten Parteien ist die Linke wahrscheinlich die am wenigsten eklige Variante, wenn sie auch gleichzeitig die utopischste ist. Wer mit einigen wirklich fehlgeleiteten Vertretern leben kann und etwas linke Folklore fröhnen möchte, könnte diese Partei wählen. Wer aber zum Teufel sollte das wollen?

Nein, ich lege mich fest: CDU/SPD/Grün*Innen/Linke ist für mich schlicht die „Blockpartei“ die keinerlei Knowhow und Kompetenz hat, um eine Zukunft für Deutschland zu sichern. Unter den übrigbleibenden Optionen kann sich der geneigte Leser dann selbst der „Qual der Wahl“ hingeben, wobei sie in diesem Jahr sicherlich nicht ganz sooo schwer fallen sollte…

In diesem Sinne: Gutes ANKREUZEN!

PS: Du willst mehr lesen? Wie wäre es dann mit meinem Buch „Gefährlich!: Du bist viel mächtiger, als Du denkst!“ oder seinem Nachfolger „Gefährlich! – Band 2: Nutze die geniale Macht des Sog-Prinzips“?

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Notiz: Nicht nach fallenden Messern greifen!

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Neben all den politischen Ausflügen geht es nun zurück zum Kerngeschäft. Es gibt viele Dinge, die ich nicht oder nur sehr rudimentär beherrsche: Basteln, Kochen und besonders musikalisch bin ich auch nicht. Was ich aber überhaupt nicht kann ist: verlieren!

Es gibt Kalendersprüche, die wohl jeder kennt und sich vielleicht auch gelegentlich danach richtet. Einer davon ist:

Gib dein Bestes, falls es nicht klappt – dann musst Du dir wenigstens keine Selbstvorwürfe machen.“

Diese Binsenweisheit stimmt. Jedoch lauert eine andere Problematik hinter diesm Kalenderspruch, denn wenn man sich daran hält, muss man im Falle eines Misserfolgs einer unbequemen Wahrheit ins Antlitz blicken. Diese Wahrheit lautet:

Du hast es einfach nicht gepackt, Du hast nicht genug drauf gehabt!

Wer sich nur zu 90%, 80% oder noch weniger engagiert, hat die bequeme Ausrede: Hey, da war ich eben zu faul gewesen. Vielleicht steckt sogar ein Vorsatz hinter den „Minderleistern“: Nicht alles geben, um nur ja nicht an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit zu kommen.

Ja, es gibt eine Grenze. Eine Grenze, die der einzelne Mensch nicht überwinden kann. Wer zu feste drückt, wird scheitern – oder bekommt zumindest Hämorrhoiden: Willkommen im Druck-Prinzip.


Nicht jeder Mensch kann Ballett-Tänzer, Mathematiker, Künstler oder Pilot werden. Es gibt Grenzen, die der Einzelne nicht überwinden kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir an diesen Punkten an die Grenzen unseres „Lebensplans“ stoßen. Dieser Plan ist nur sehr wage, definiert aber die Grenzen unseres Spielraums.

Dies Vorstellung auch nur in Erwägung zu ziehen, ernüchtert. Der freie Wille würde uns in diesem Fall nicht ganz zur Verfügung stehen, denn wir unterliegen Grenzen.

Nun ist da diese eine Sache, an die wir nicht herankommen. Vielleicht haben wir bereits viel Blut, Schweiß und Tränen vergossen – auf gut deutsch: Zeit, Geld und Energie, aber immer wieder entwischt uns dieses Ziel, vielleicht sogar immer im letzten Moment. Entgegen der „Never give up“-Philosophie wird uns das Dranbleiben an diesem Ziel letztlich noch viel viel mehr kosten, aber wir werden es dennoch niemals bekommen.

Wer dennoch an der Sache „dranbleibt“, gleicht einem Investor, der bereits eine sehr große Summe Geld in eine Aktie investiert hat. Plötzlich beginnt der Kurs der Aktie abzustürzen. Der Investor beginnt „Unterstützungskäufe“ zu starten, um den Kurs der Aktie zu stabilisieren. Die Aktie fällt aber weiter und weiter, während der Investor im gleichen Verhältnis weiter kauft. Am Ende dümpelt die Aktie bei nur noch wenigen Cents. Das Geld des Investors ist nicht weg, es „hat nur jemand Anderes“. Kurze Zeit später geht das Unternehmen pleite und damit endet diese Geschichte unrühmlich.

An der Börse gibt es deshalb den Rat „Never catch a falling knife“ (greife niemals nach einem fallenden Messer). Diesen Rat kann man recht gut auf das Leben abseits der Börse übertragen. Wenn sich eine Sache trotz angemessenem Energieeinsatz nicht in den Griff bekommen lässt, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein „fallendes Messer“, dass uns bluten lässt – egal wie lange wir „durchhalten“.

An dieser Stelle verkneife ich mir nun jeden Kommentar über Parallelen zu Durchhalteparolen wie „Wir schaffen das!“ von Merkel. Anstelle dessen rate ich zu einem nüchternen Blick auf die Energiebilanz eines Geschäfts, oder einer Unternehmung. Manchmal hilft „mehr“ Mühe nicht, sondern macht die Situation sogar noch viel schlimmer.

Wie Du eine solche Situation zu Deinem Vorteil ummünzen kannst, verrate ich Dir in meinem neuesten Buch! Eines sei aber bereits hier verraten: Manchmal bedeutet die Erkenntnis „verloren“ zu haben auch einen großen Gewinn, denn wenn Du es kapiert hast, wirst Du dich nicht weiter blindlings ins Unheil stürzen.

Clausnitz und die mediale Hetze gegen Aktivisten

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In den Abendstunden des 18. Februar verwehrte eine Gruppe von Aktivisten einem Bus die Zufahrt zu einem Flüchtlingsheim. Der Bus sollte Menschen zur Erstbelegung in das Heim bringen. Bereits im Vorfeld gab es bei einer Einwohnerversammlung deutliche Unmutsbekundungen der Bevölkerung, die jedoch ungehört blieben. Im Laufe des Abends löste die Polizei die gewaltlose Demonstration auf und brachte die Asylbewerber in die Unterkunft, niemand wurde dabei verletzt. In direkter Folge fanden die Geschehnisse eine mehr als fragwürdige Aufarbeitung in den Medien.

Der Spiegel-Online Kolumnist Stefan Kuzmany schrieb: „…Wir sind das Volk!“, skandiert Ihr in Clausnitz. Ihr irrt Euch gewaltig. Ihr seid nicht „das Volk“. Ihr habt kein Recht, Euch mit diesem Satz zu schmücken. Er gehört den Menschen, die sich 1989 friedlich gegen die SED-Diktatur erhoben haben…“.Schwenkt keine deutschen Fahnen. Schwarz, Rot und Gold sind nicht Eure Farben. Es sind die Farben der Demokratie, der Freiheit, der Brüderlichkeit. Sucht Euch andere…“. „…Und Ihr seid Menschen. Also verhaltet Euch gefälligst wie solche…“. Das offenbart einiges an krudem Gedankengut. Was genau unterscheidet denn den Protest in Clausnitz von dem Protest von 1989? Hier wie da lehnten sich Menschen gegen Zwang auf, der durch eine Regierung gegen sie ausgeübt wurde. Hier wie da geschieht der Protest absolut gewaltlos. Geht es also eigentlich nur darum, dass hier die politische Richtung des Protests nicht genehm war? Die Aktivisten in Clausnitz haben sich als Demokraten verhalten, indem sie ihre Meinung zuerst bei einer Bürgerversammlung kundtaten und dieser Willensäußerung auch durch eine Demonstration Nachdruck verliehen. Was soll daran bitte verwerflich gewesen sein? Wie sonst sollten Bürger denn ihren Willen Ausdruck verleihen dürfen, wenn nicht durch Demonstrationen und ähnliche gewaltlfreie Aktionen?

Jochen Arntz schrieb in der Frankfurter Rundschau: „…Aber man sollte es denen, die mit ihrem Hass auf die Straße gehen, so schwer wie möglich machen… „…Die Leute in Clausnitz, die Kinder zum Weinen bringen, sind vor allem eins: Volksverhetzer...“. Hier könnte man sich natürlich fragen, wieso denn die Bürger generell nicht vorher angehört wurden. Wie sollen sich Bürger denn verhalten, wenn die Politik bewusst gegen ihren Willen agiert? Wer war in einer Demokratie noch einmal der Souverrän? Da wir gerade dabei sind: Wann wurde die Meinung des Volks denn in der Flüchtlingsfrage bisher überhaupt berücksichtit? Wer Bürger nicht teilhaben lässt, schürt langfristig Hass!
Der Chefredakteur des Express formuliert es so: „…
Die Schande von Clausnitz – es sind widerliche Szenen, die Deutschlands hässliche, braune Fratze zeigen…“. Hier stellt sich mir die Frage, woher der Journalist seine Informationen nimmt, oder hat jeder Regierungskritiker eine „braune Fratze“?

Die BZ titelte sogar „Die vierfache Schande von Sachsen“, begründet die Geschehnisse aber ähnlich unsinnig wie hier bereits erwähnt.

Die Nachbearbeitung wurde zunehmend spannender, denn es tauchten auf YouTube Videos auf, die angebliche Polizeigewalt dokumentieren sollen. Es ist jedoch nur ein Polizist zu sehen, der einen Jugendlichen (gegen dessen Willen) aus dem Bus befördert. Daraufhin fordern Politiker der GRÜNEN eine sofortige Suspendierung des betreffenden Beamten und geben sich selbst damit vollständig der Lächerlichkeit Preis.
Der Fall angeblicher Polizeigewalt wird in einer Pressekonferenz umgehend enträftet, denn die Polizeiführung erklärt die Handlung des Polizisten als absolut „alternativlos“ um für die Sicherheit der Flüchtlinge sorgen zu können. In der Zwischenzeit haben sich aber viele Prominente zu den Vorfallen geäußert, denn scheinbar verfügten sie über vermeintlich gute Informationsquellen. Hier eine kleine (kommentierte Auswahl):
Jan Böhmermann (Moderator): „
Bei dem Hass der Sorgenbürger müsste man glatt befürchten, dass bald Flüchtlingsheime brennen. Wenn sie es nicht längst täten. #Clausnitz Der geneigte Leser könnte sich fragen, WO brennen TÄGLICH Flüchtlingsheime und von WEM werden sie tatsächlich angezündet?

Jan Delay (Musiker): „Ich hab geweint. das tu ich nicht oft. finde das alles unfassbar und unbeschreiblich.. https://www.facebook.com/100009068240704/videos/1559083464403913 … #clausnitz #schlechtmenschen Tja, weshalb genau weint denn der gute Herr Delay genau? Was ist an gewaltfreiem Protest so unfassbar und unbeschreiblich? Man mag sich gar nicht vorstellen, wie sehr Jan Delay nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln und anderswo geweint haben muss…

Jörg Kachelmann (Ex-Wettermoderator): „Das Video gesehen  https://t.co/hnk1iXXdb6 #Clausnitz und schäme mich. Dreckige Nazis. Solidarischdreckige Polizisten. Es ist wieder soweit.“ Erst in die Schweiz auswandern und sich dann von dort wieder mit systemkonformen Äußerungen anbiedern – ob das funktioniert?

Von Medien und Politik wird wieder eine künstliche Realität erschaffen: „Böse Nazis gehen auf arme Flüchtlinge los“. Dieses Etikett ist ja auch viel praktischer, als sich der Wurzel allen Übels zu widmen, nämlich der Frage ob die Meinung der Deutschen überhaupt noch eine Relevanz hat, wenn die Wahlen stattgefunden haben. Die Quintessenz der Berichterstattung zu den jüngsten Vorfällen könnte lauten „Nehmt gefälligst freudig und dankbar die Entscheidungen an, die jemand auf politischer Ebene für Euch getroffen hat!“
Gerade in der Flüchtlingsfrage ist dies etwas fraglich. Die Deutschen hatten schlicht und einfach keine Möglichkeit, ihren Willen zur Flüchtlingsfrage zu äußern und in einem demokratischen Verfahren auszudrücken. Vielen Deutschen kommt das Verhalten der Bundesregier-ung und den unkritischen Medien immer seltsamer vor. Weiterhin werden sie abwechselnd als „Besorgte Bürger“ „Wutbürger“ „Hetzer“ oder gleich als „Nazis“ beschimpft. Welche Früchte wird das konsequente Übergehen des Bürgers wohl haben, wenn es auch durchaus dem Prozedere der repräsentativen Demokratie entspricht? Könnte es gerade dieses Verhalten sein, dass Wut; Hass und schließlich auch Gewalt begünstigt?

Letztlich lässt sich wohl alles auf eine Frage reduzieren: „Haben die Deutschen das Recht, zu entscheiden mit wem sie in Deutschland zusammenleben wollen?

Abschließend möchte ich noch die neuesten Erkenntnisse zum „Fall Clausnitz“ hinzufügen: Mittlerweile ermittelt die Polizei gegen die Flücht-linge im Bus. Es soll zu eindeutigen, islamistischen Gesten („Halsab-schneiden“) und Beleidigungen („Stinkefinger“) gegen die Aktivisten am Flüchtlingsheim gekommen sein. Diese Provokationen wurden vor allem von einem Jugendlichen und einer weiteren Asylbewerberin ausgeführt. Ebenso ist auf den kursierenden Videos auch eine Frau zu erkennen, die aus dem Inneren des Bus auf die Windschutzscheibe spuckt und somit ihre Abscheu den Aktivisten gegenüber kundtut.

Als kleinen Denkanstoß zum Thema „Schubladen“ möchte ich noch auf einen anderen Punkt zu sprechen kommen: Ebenso wie alle refierungs-kritischen Menschen von den Medien schnell als „Nazis“ dargstellt werden, werden potentielle Flüchtlinge generell als „vor Krieg und Verfolgung“ Fliehende dargestellt, die „dem Tod gerade noch von der Schaufel“ gesprungen sind. Mit den Farben Schwarz und Weiss lassen sich natürlich hervorragende Bilder zeichnen, jedoch haben diese selten bist überhaupt nichts mit der Realität zu tun. Aus diesen Gründen sollte man einmal überlegen, ob eine „Unschuldsvermutung“ nicht generell für jeden Menschen oder für keinen Menschen gelten sollte. Ein Großteil der Flüchtlinge erreicht Deutschland nämlich durch zahlreiche Drittländer und auch ohne Ausweisdokumente. Handelt es sich also immer um Flüchtlinge, die ihr ausschließlich Leben retten wollen? Ich bezweifle dies ebenso, wie die These, dass es sich bei Regierungskritikern immer um Nazis handelt. Dies ist aber der Punkt, an dem es um Deine Meinung geht.

Wie siehst Du das?

I don`t want to believe: Ein Sturm in der Matrix

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I don`t want to believe: Ein Sturm in der Matrix

Es ist 2016 und die Stimmung in Deutschland ist sehr angespannt. In der jüngsten Vergangenheit gab es einige Terroranschläge, die Übergriffe der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sind nicht vergessen und die Bevölkerung hat jedes Vertrauen in die Bundesregierung verloren.

In dieser Situation wird bereits am Sonntag eine große Anzahl von Rosenmontagszügen aufgrund des Sturms „Ruzica“ abgesagt. Das ist kein Novum, bereits in der Vergangenheit wurde der Straßenkarneval abgesagt, z.B. wegend em Golfkrieg, oder auch ebenfalls bereits wegen einem Sturm. Doch diesesmal ist da irgendwie so ein fader Beigesch-mack, der natürlich auch in der vefehlten Informationspolitik nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof begründet ist.

Irgendwo fühlt sich die seltsame Absage aufgrund eines Sturms, dessen Ausläufer noch nicht einmal spürbar sind, falsch an. Dies wird natürlich zusätzlich befeuert, weil in Mainz (just in der Stadt, die sehr früh den Rosenmontagszug abgesagt hatte) kurz zuvor Razzien gegen mögliche Terroristen des IS durchgeführt wurden.
Sollte also wirklich ein Sturm der Grund für die Absage sein? Die folgend-en Absagen, boten allesamt weiteren Spielraum für Spekulationen: Duisburg, Dortmund und zuletzt auch Düsseldorf. Überall dort brodelte im Vorfeld die Gerüchteküche, dass es dort zumindest zu Ausschreitungen kommen könnte.

Die Behörden zogen den Stecker und sehr viele Karnevalszüge fielen aus, bzw. wurden auf einen späteren Termin verschoben. Der Montag kam und nur der Sturm blieb „überraschend“ aus. Im Rheinland hatten sogar Helikopter Flugerlaubnis, die Sonne lachte zeitweise und man hätte wirklich alles tun können, nur eines nicht: Drachen steigen lassen.
Gute Bekannte bestätigten mir ebenfalls Sonnenschein in Düsseldorf und mäßiges Wetter (aber keinen Sturm) im Ruhrgebiet und in Mainz. Da ist der Sturm wohl ausgefallen. Alle hauptamtlichen Bedenkenträger können sich aber dennoch auf die Schulter klopfen lassen, denn „es hätte ja auch anders kommen können“… Die Frage lautet nur: Ist das auch wirklich so?

Wenn man sich die Arbeit der Journalisten ansieht, könnte man da so seine Zweifel bekommen. Die Journalistin Dunja Hayali definierte den Auftrag eines Journalisten kürzlich während ihrer Dankesrede zur Goldenen Kamera wie folgt: Die Realität so aufzuzeigen, wie sie ist!
Das würde bei einer so falschen Unwettermeldung bedeuten, dass genau dieser Sachverhalt anaylisiert und nachgefragt wird. Wer trug in den einzelnen Fällen die Verantwortung für die Absagen? Welche Parameter trugen zu den Entscheidungen bei? Wird man bei der nächsten Wettermeldung wieder genauso reagieren?

Mit unglaublich viel Optimismus ausgestattet, könnte man sogar ja auch auf Enthüllungsjournalismus spekulieren, der sich mit der Frage beschäf-tigt, ob es nicht auch andere Gründe außer einem fiktiven Sturm für die zahlreichen Absagen gegeben haben könnte. Zugegeben, im Mainstream-journalismus oder gar bei den öffentlich-rechtlichen Medien auf so etwas zu hoffen ist etwas naiv …

Am Ende des Tages steht dann vielen Ortens die Wut der Narren und die Übereinkunft, dass eine Absage im Zweifel ja doch immer die bessere Option ist. Schließlich will ja niemand Menschen in Gefahr bringen …

Während ich diese Zeilen schreibe, brodelt bereits wieder die Social Media-Gerüchteküche: Es ist von Karnevalswagen die Rede, die einfach zu regierungskritisch waren. Andere Quellen sprechen von stark islamkritischen Motiven auf Karnevalswagen. Ebenso hat sich das online Kollektiv Anonymous zu Wort gemeldet und behauptet, es wären ein oder mehrere Terroranschläge auf Karnevalszüge geplant gewesen. Andere Quellen sprechen von einem rein personellen Problem der Polizei, der es schlicht und einfach nicht möglich gewesen wäre, alle Karnevalszüge in NRW zu sichern. Die frei gewordene Manpower der Polizei konnte so an der publikumswirksamen Location Köln eingesetzt werden.

Ähnliches fand auch direkt nach #KölnHBF statt: Unruhe und wilde Ver-mutungen. Jeder hatte etwas gehört und die metaphorische Bombe detonierte drei Tage später.

Ob es sich nun also um eine realisische Unwetterwarnung, oder um eine bequeme Ausrede handelte, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeu-tig sagen. Was man aber wieder ganz klar attestieren muss, ist die Tat-sache das die Medien nicht das tun, was sie tun sollen: Recherchieren, nachfragen, berichten. Anstelle dessen gibt es nur kurze Randnotizen mit Kalendersprüchen wie „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“.

Ist nun also der Fakt, dass es eine Unwetterwarnung gab, anstelle dessen aber die Sonne lachte, kein Nachfragen mehr wert? Ich sehe das als kapitalen Fehler der Medienschaffenden an und ich muss fragen:

Was alles wird ebenfalls nicht hinterfragt, sondern ausschließlich mechanisch von den Medien wiedergekäut?

Wenn also so ein konkreter Anlass in Deutschland scheinbar keine Recherchen mehr wert ist, warum sollte das dann bei anderen Meldungen anders sein? Warum sollte ich überhaupt noch irgendeiner Schlagzeile (außer vielleicht den Fußbalergebnissen) einen Wahrheitsgehalt unterstellen? Ist es dann nicht viel wahrscheinlicher, dass diese Meldungen ebenso kommentar- und recherchelos von jeder beliebigen, dubiosen Quelle übernommen und in den medialen Äther geschossen wird?

Der Sturm Rucika hat einen Riss in die Matrix gerissen und durch die klaffende Wunde im Gewebe unserer Gesellschaft kann man die nackte Realität erkennen. Diese Realität ist viel hässlicher, als es uns der polit-isch-mediale Komplex in seinen bunten Worten immer verkaufen möchte.

Die Erkenntnis der abgesagten Karnevalsumzüge 2016: Medien funktionieren nur, wenn die Menschen ihnen vertrauen. Was aber ist, wenn es den Medien plötzlich völlig egal ist, ob die Menschen ihnen vertrauen? Am Ende steht dann der Vorwurf den Journalisten hassen, wie Vampire das Weihwasser: Lügenpresse!

Das Vertrauen bei vielen Menschen in Bundesregierung und Medien ist tief erschüttert, mancherorts sogar zerissen. Wenn man sich das Auftreten der Politiker und Journalisten z.B. in der Flüchtlingsfrage ansieht, bemerkt man sehr schnell, dass es um etwas anderes geht: Politiker wie Journalisten wollen, dass die Menschen ihnen glauben. Angela Merkel möchte, dass die Deutschen ihr stupides „Wir schaffen das!“ glauben, genauso wie die Journalisten sich wünschen, dass die Deutschen ihre Schlagzeilen glauben.

Wir befinden uns gerade also in einer Devolution, weg vom Verstand hin zum Glauben. Das wird bei den meisten verstandbegabten Menschen aber scheitern, denn warum sollten sie fortan einem Menschen etwas glauben, dem sie schon lange Zeit nicht mehr vertraut haben?

In Anlehnung an die populäre Mysteryserie Akte X lupfe ich meinen Aluhut und sage: I`don`t want to believe!