Die Problematik weitreichender Entscheidungen / Können Teenager selbstständig über ihren Berufswunsch entscheiden?

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Ich wurde gefragt, ob ich glaube würde, das ein Teenager weitreichende Entscheidungen wie z.B. die Berufswahl treffen kann, oder ob es nicht besser wäre, wenn junge Menschen bis zum 20 Lebensjahr dafür Zeit hätten.

Das Thema ist natürlich nicht ganz einfach, aber ich versuche einfach mal meine Sichtweise darzulegen.

Grundsätzlich sind weitreichende Entscheidungen sehr schwierig, ganz egal wie alt man ist.

Früher wurde jungen Menschen die „Qual der Wahl“ weitestgehend abgenommen, da entschieden die Eltern wie es weiterging. Meist starteten die Jugendlichen dann mit 14 Jahren ins Berufsleben, oder besuchten weiterführende Schulen.

Das ist heute natürlich schon etwas anders. Wer nach der 10. Klasse die Schule verlässt, ist zumindest schonmal 16 Jahre alt.

Goethe brachte es einmal auf den Punkt, als er sagte: „Grau ist jede Theorie“. Wer die Schule abgeschlossen hat, hat vom Leben meist absolut keine Ahnung, hatte schlicht und einfach keine Möglichkeit um Lebenserfahrung zu sammeln. Das würde sich meiner Meinung aber auch nicht ändern, wenn er einige Jahre länger in der Schule oder in vorbereitenden Maßnahmen „geparkt“ würde.

Ich selbst kenne einige Leute, die im Grunde blind durch das Leben irren: Das erste studium wird begonnen und wieder abgebrochen. Das nächste Studium steht in den Startlöchern, gefolgt von einer Ausbildung usw.

Anstelle die Schule, bzw. die Zeit bis zum Berufseinstieg zu verlängern, würde ich lieber Elemente dem Lehrplan hinzufügen, die den Schülern ihre Talente und Stärken aufzeigen. Ein guter Schüler ist nämlich keinesfalls in jedem Fall immer ein Ass in jedem Beruf. Ich rede jetzt auch gar nicht von klassischer „Berufsberatung“, sondern eher von ganz allgemeinen Dingen. Z.B. könnten Praktiker aus unterschiedlichen Zweigen zu den Schulen kommen und in den Klassen etwas aus ihrem Berufsalltag erzählen. Das bringt mehr als eine Berufsbeschreibung aus dem Internet. Gleichzeitig könnten von den Schülern dann auch gezielt Fragen gestellt werden, die sonst vielleicht erst während der Ausbildung beantwortet würden.

Natürlich gibt es das klassische „Praktikum“, aber die Qualität davon variiert sehr stark und reicht von Kaffeekochen bis zum intensiven Training on the Job.

Um die Eingangsfrage ganz klar zu beantworten: Nein,ich glaube nicht das ein Teenager eine wirklich umfassende Entscheidung über seine berufliche Laufbahn treffen kann. Ich glaube aber auch nicht, dass das ein 20jähriger kann, der bisher keine Berufspraxis sammeln konnte.

Und hier schließt sich dann das Thema „weitreichende“ Entscheidungen insgesamt an. Wenn ich jetzt gefragt werde, was ich für eine Vorstellung von meiner Lebenssituation in 5 Jahren habe, dann habe ich natürlich eine gewisse Vorstellung davon. Ich habe aber auch gelernt, dass es oftmals anders kommt als man denkt. In 5 Jahren kann sich sehr viel verändern und Plankorrekturen erforderlich machen.

Ich halte eine Entscheidung, die für 40 Jahre (z.B. Berufswahl) gültig soll, für schlicht unmöglich.

Aus diesem Grund sollte man sich über seine Entscheidungen generell nicht so sehr den Kopf zerbrechen. Anstelle dessen sollte man sich für das entscheiden, das im aktuellen Moment „richtig“ ist. Wer auf eine optionale Zukunft spekuliert, kann sich kräftig verspekulieren.

In Deutschland werden Fehler schrecklich verteufelt, meist von Menschen die niemals die Verantwortung für etwas übernehmen, schon gar nicht für die Folgen ihres Verhaltens.
Wer etwas unternimmt, macht Fehler. Das Gute an Fehlern ist, dass man daraus etwas lernt und sein Verhalten durch richtige Entscheidungen verbessern kann. Viel schlimmer ist es, keine Entscheidung zu treffen und sich zu verweigern. Auch das stellt letztlich eine Entscheidung dar, aber keine besonders eigenverantwortliche.

Wenn Du keine Ahnung hast, in welche Richtung Du gehen sollst, dann geh`einfach los! Wenn sich die Richtung als falsch herausstellt – kein Problem, korrigiere Deinen Kurs! Nobody is perfect!

Arnold Schwarzenegger zeigt Herz und motiviert einen Jugendlichen

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Arnold Schwarzenegger (67), hat in seinem Leben vieles erreicht: Mr. Universum im Bodybuilding, Actionstar, Unternehmer und Politiker – alles in nur EINEM Leben.

Anders als viele andere Menschen schaffte Schwarzenegger seinen Erfolg allein, ohne Steigbügelhalter und “Vitamin B”, den sogenannten Beziehungen.

Das Fundament seines Erfolges betitelte Schwarzenegger als  die “6 Rules”, eine Sammlung von Lebensmaximen (über die ich an anderer Stelle einmal etwas sagen werde).

Vor kurzem berichtete nun ein Jugendlicher in einem Onlineforum über ein demütigendes Erlebnis im Fitnesscenter. Der Besuch im Fitnesscenter wurde für den sehr großen und schlanken Mann zum Spießrutenlauf.
Alleine traute sich der Jugendliche gar nicht zum Sport, sondern nur ausschließlich in Begleitung eines Freundes.

Bei einem der letzten Besuche kam es dann dazu, dass der Jugendliche bei einer Übung nicht zurechtkam und zur Belustigung der anderen Besucher des Fitnesscenter hinfiel. Auch bei der nächsten Übung hatte der Jugendliche seine Probleme und wurde deshalb zum Ziel von Spott und Gelächter.

Arnold Schwarzenegger las den Bericht des Jugendlichen  und schrieb dazu einen Kommentar:

“…Someone told me about this. I hope I’m not too late here, I’m traveling, but I wanted to chime in.

I always say don’t be afraid of failure, because how far can you really fall? You found out – to the ground. It’s right there. Now you know it isn’t anything that should scare you.

You should be proud that you weren’t afraid – not embarrassed that you failed. You could have made excuses not to walk into the door, but you didn’t. You knew it would be hard, and it would be uncomfortable, and it might be awkward – and you did it anyway. That’s courage.

I’m proud of you.

The last guy I rooted for broke a world record in the deadlift. You have more in common with him than you think.

First, he started out lifting just the bar, too (when you look at him, he may have been 3 months old at that point). Second, imagine his courage. He walked up to that bar in front of a big audience and television cameras, knowing that not only had he never lifted that much before – NO ONE on earth had – and it was highly likely he would completely fail. You may not think about it this way, but you showed that courage, on a smaller level.

Finally, I’m rooting for you, too. You took the first step and you fell, but at least you fell in the right direction, so get back up and take the next step. Keep moving forward….”

Quelle: http://np.reddit.com/r/gainit/comments/2zfjmf/bad_day_at_the_gym_completely_demoralized/cpksp8e

Damit beweist “Arni”, dass er sich noch sehr gut selbst an seine Anfänge im Bodybuilding erinnern kann und das er keinesfalls der “depperte” Hirni ist, für den er manchmal dargestellt wird.

Ausserdem beweist der “Terminator” eine Menge Empathie, denn er fand genau die richtigen Worte, um dem Jugendlichen etwas Mut zu geben.

Ich bin gespannt, ob der Jugendliche diese Motivationsspritze für sein Training nutzen kann!

Die seltsamen Ermittlungen zum Absturz von Germanwings-Flug 4U9525

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In letzter Zeit häufen sich leider Flugzeugunglücke: MH370, MH17 und nun die Germanwings Maschine.

Bei Flug 4U9525 war aber etwas entschieden anders, als bei allen anderen Flugzeugunglücken: das angebliche Ermittlungstempo.

Schnell stand der Co-Pilot Andreas Lubzig (27) als vermeintlicher Täter fest. Die “Beweise” dazu sind aber mehr als fraglich, denn bisher stehen die Daten aus dem Flugschreiber nicht zur Verfügung. Bisher wurde nur der sogenannte “Voice-Recorder” ausgewertet. Darauf soll zu hören sein, wie der Pilot an die Tür des Cockpits schlägt, während der Co-Pilot sich allein im Cockpit befindet. Kurze Zeit später sollen dann die Schreie der Passagiere zu hören sein.

Was sich genau an Bord des Flugzeugs abgespielt hat, kann aufgrund der bisher bekannten Beweise nur als Spekulation bezeichnet werden.

Die Medien ignorieren diese Tatsache jedoch und veröffentlichen Fotos des Co-Piloten und auch seines Elternhauses. An dieser Stelle möchte ich an einen fundamentalen Grundsatz des Rechtssystems erinnern: die “Unschuldsvermutung”. Andreas Lubzig MUSS als unschuldiges Opfer gelten, bis seine Schuld eindeutig nachgewiesen wurde!

Im Internet gärt die Gerüchteküche: War Andreas Lubzig ein Konvertit? War Andreas Lubzig ein Muslim? Hatte er eine muslimische Freundin?

In der näheren Zukunft wird das Leben des 27jährigen von der Presse genüßlich seziert werden. Vielleicht erinnern sich vorher einige “Journalisten” noch an Anstand und Sorgfaltspflicht…

Buchtipp: “Bevor Du Dich erschießt, lies dieses Buch!” von Jan van Helsing

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Ich möchte Euch an dieser Stelle das brandaktuelle Buch eines lieben Freund empfehlen: “Bevor Du dich erschießt, lies dieses Buch!” von Jan van Helsing.

Ich habe mich wirklich lange auf dieses Buch gefreut und werde auch an dieser Stelle eine Rezension veröffentlichen.

Worum geht es in dem Buch? Es geht um Menschen, die in eine Krise geraten sind. Neben Jan van Helsing selbst kommen 36 Menschen zu Wort, die über ihr Schicksal und (vor allem)  ihrem Weg aus der Krise heraus berichten.

Ich glaube, dass dieses Buch ein ebenso großer Erfolg wie “Hände weg von diesem Buch!” werden wird, denn momentan scheinen immer mehr Menschen ähnliche Erfahrungen zu machen, wie sie in diesem Buch erwähnt werden.

Das Buch ist ab sofort erhältlich. Als besonderes “Goodie” kann man das Buch hier handsigniert bestellen: https://amadeus-verlag.de/autoren/jan-van-helsing/626/bevor-du-dich-erschiesst-lies-dieses-buch?c=77

Selbstverständlich ist das Buch aber auch über den Buchhandel, oder aber auch über Amazon zu beziehen.

 

The German Übermacht : Wie Europäer auf die Deutschen blicken / Titelbild des aktuellen Spiegel / Antigermanismus, Deutschfeindlichkeit und Opferbereitschaft

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Quelle: Spiegel

 

Man kann über den “Spiegel” geteilter Meinung sein. Ich persönlich konnte dieser Zeitschrift seit jeher sehr wenig abgewinnen, denn mich stört die pseudohafte  bildungsbürgerliche Attidüde und auch die oftmals sehr gutmenschliche Grundfärbung.

Was sich die Redaktion dieses Magazins beim Titelbild der Ausgabe 13. gedacht hat, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Auf dem Cover sieht man ein eine Fotomontage auf der Angela Merkel zusammen mit Offizieren der Wehrmacht vor der Akropolis steht. Das Originalfoto stammt natürlich aus dem 2. Weltkrieg, über dem Foto prankt dann in großen Lettern “The German Übermacht” (German natürlich blutrot gefärbt). In noch kleinerer Schrift steht dann noch darüber “Wie Europäer auf die Deutschen blicken”.

Mal ganz ehrlich? Wir wissen alle, wie das Bild der Deutschen oftmals im Ausland gezeichnet wird: Deutsche Politiker erhalten stets zumindest ein Hitlerbärtchen, wenn sie nicht sogar mit einem Hakenkreuz “geschmückt” werden.

Nicht ohne Grund wird der Titelzusatz “Wie Europäer auf die Deutschen blicken” im Verhältnis zu den anderen Titelzusätzen geradezu versteckt: Die Fotomontage und das Cover sollen provozieren und beim deutschen Michel wieder das schlechte Gewissen aktivieren. Denn bald wird von den Deutschen vor allem eines gefordert: Opferbereitschaft und Geld. Aber bei “unserer” Vergangenheit, hey – da zahlt man doch gerne mal was drauf. Auch 70, 80 oder 100 Jahre lang!

Für mich ist dieses Titelbild antigermanistisch, ja deutschfeindlich!

Wir schreiben das Jahr 2015. 1945 endete der 2.Weltkrieg mit einer bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches. Seit dem sind nun exakt 70 Jahre vergangen. 70 friedvolle Jahre, in denen sogar so etwas wie die Eurupäische Union entstehen konnte.

70 Jahre nach Kriegsende werden Deutsche aber weiterhin mit Hitler und dem 3. Reich in Verbindung gebracht. Dieses Problem ist aber kein deutsches Problem (mehr).

Deutschland hat über 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges Reparationen gezahlt, Wiedergutmachung geleistet, Solidarität gezeigt und oftmals fast schon “geduckmäusert”.

Im Strafrecht wird sogar auch ein Mörder einmal rehabilitiert. Ich selbst habe aber keinem Menschen etwas angetan. Meine beiden Großväter haben als einfache Soldaten in der Wehrmacht gedient. Was sie dort im Einzelnen getan haben, entzieht sich meinem Kenntnisstand.
Meine Eltern wurden nach dem 2. Weltkrieg geboren, können sich sich also folgerichtig keiner Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben.

Selbst WENN meine Großväter an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein SOLLTEN – was zum Teufel habe ICH damit zu tun? Gilt für mich eine Sippenhaft? Muss ich mir als 1978`er Jahrgang ständig von deutschen Politikern, ausländischen und deutschen Medien und sonst auch JEDEM vor das Schienbein treten lassen, obwohl ich nichts, aber auch absolut nichts mit dem 3. Reich zu tun habe?

Ich lehne dies ab, hätte da aber ein Gedankenspiel im Angebot: Wie wäre es, wenn ich in einer Wohngemeinschaft mit ausländischen Freunden leben würde? 90% der Zeit über ist alles eitel Sonnenschein. Nur dann, wenn die monatliche Mietzahlung fällig wird, kommt es zu Problemen.

Ich werde plötzlich als “Nazi” beschimpft, man redet ansonsten nicht mehr viel mit mir und ich fühle mich schlecht. Um die Situation zu retten, erledige und bezahle ich den fälligen Einkauf alleine und bezahle auch alleine die Miete. Dann ist alles plötzlich wieder gut…

Ist das die Idee auf der die EU basiert? Sind unsere “Freunde” nur dann unsere Freunde, wenn wir ihnen Vorteile verschaffen? Verhalten sich Freunde auf diese Art und Weise?
Aus einer solchen “WG” würde ich schnellstens ausziehen und damit meine “Freunde” sich selbst überlassen.

Diese Botschaft übermittelt mir das Cover des neuen Spiegels. Ich sage: Ihr ewig Gestrigen im In- und Ausland könnt mich mal! Ich zeige Euch den “Varoufakis” und bin nicht mehr zu “the same procedure as every year” bereit.

Ist es Zufall, dass den deutschen Wählern niemals eine Stimme über solche wirklich entscheidende Fragen zugestanden wird? Ich glaube…ach lassen wir das…

Divede et impera : Teile und herrsche! Blockupy, Frankfurt und die Lügenpresse

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Links und rechts und links und rechts…

Das alte Spiel des “Teile und herrsche!” wird seit den Geschehnissen in Frankfurt wieder besonders laut aufgeführt.

Um das gleich zu Beginn zu sagen: Ich selbst amüsiere mich leidenschaftlich gerne über Linke und ihre teils seltsame Weltsicht. Deshalb bin ich aber noch lange kein “Rechter” und ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass klassisch “linke” Positionen zu einer ganzheitlichen Sicht zwingend dazu gehören. Aber etwas Spaß muss einfach sein…

Was aber war eigentlich passiert? Unter dem Namen “Blockupy” fanden in Frankfurt Chaostage zur Eröffnung der neuen EZB Hauptzentrale statt. man spricht von etwa 300 Verletzten, darunter leider auch einige Schwerverletzte.

“Blockupy” hat sich nun antikapitalistischen und linkspolitischen Zielen verpflichtet. Ob die Randalierer in Frankfurt nun tatsächlich dem Blockupy Umfeld zuzurechnen sind, ist nicht abschließend geklärt.

Dies hindert nun vorwiegend “rechte” Quellen absolut nicht, um auf Blockupy und die Randale in Frankfurt insgesamt einzuschlagen. Ich frage mich aber ernsthaft: Warum eigentlich?

Ich möchte nun keinesfalls die Vorkommnisse herunterspielen oder verharmlosen. Dennoch bleiben Verletzte nicht aus, wenn sich der Unmut des Volkes entläd und Polizeikräfte anwesend sind.

Wie sich nun aber einige Kolumnisten über z.B. brennende Polizeiautos äußern, grenzt an Heuchlerei. Denn sind wir einmal ehrlich: Die EZB ist ein Organ der EU. Welcher eher rechte Denker hat denn bitte Sympathien für die EU oder deren Institutionen?

Im internationalen Vergleich sind die Deutschen fast ein lethargisches Volk, das sich von seinen Schlachtern freundlich lächelnd an die Schlachtbank führen lässt. Nun zeigt sich einmal gesunder Widerstand und dies wird dann geradezu verdammt.

Ich stelle mir deshalb die Frage, ob nicht viele angeblich “alternative” Quellen (egal ob eher links oder eher rechts) nichts anderes als Tranquilizer und Ablenkung sind. Klassische UNTERhaltung eben, mal für rechts und mal für links.

Der positive Nebeneffekt? Nun, man könnte hinter allen ideologischen Meinungsverschiedenheiten auf eine sehr große Schnittmenge stoßen. Dies darf natürlich nicht passieren, deshalb muss die #Lügenpresse auf Hochtouren laufen.

 

 

Ein Mittelfinger, Böhmermann, Varoufake und “Satire”

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Ein Mittelfinger geht um die Welt. Präsentiert wurde er Sonntagsabends beim ambitionierten (aber immer noch völlig überforderten) Günther Jauch und zwar von keinem geringeren als dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. Adressat: “Deutschland”.

Mir persönlich ist Yanis Varoufakis ziemlich egal. Auf der einen Seite ist er Sozialist, was ihn für mich als Wirtschaftswissenschaftler und Finanzminister absolut untauglich macht.

Das sich die Medien so sehr über diese Geste aufregen erscheint mir schleierhaft. Denn: Ist es gerade das Fehlen jeglicher Gefühle, dass Angela Merkel so unglaublich unsympathisch macht?

Der Vollständigkeit wegen muss man Yanis Yaroufakis natürlich das vollständige Fehlen eines Rückgrats attestieren – sonst würde er schließlich zu seinen Taten stehen.

Das Jan Böhmermann die mediale Aufregung nutzt und seinerseits behauptet hat, er selbst hätte das Video gefaked, ist clever und gleichzeitig billig. Ebenso billig ist die Aufmerksamkeitswelle, die ihm durch die Medien entgegen schlug. Dies verkauft Böhmermann dann erneut als “Satire”.

Wer wem den Mittelfinger gezeigt hat, wird morgen kaum noch jemanden interessieren. In Erinnerung werden aber ein erneut schulmeisterlicher Günther Jauch, ein mediengeiler Böhmermann und das Mißtrauen gegenüber Griechenland bleiben.

Ganz am Ende steht dann die grundsätzliche Frage nach der Sinnhaftigkeit des Konstruktes EU überhaupt. Diese Frage beschäftigt scheinbar aber ausschließlich den Bürger, keinesfalls seine gewählten Vertreter. Schade eigentlich…

Youtube: Die Entzauberung eines Phänomens

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YouTube-BannerYoutube war noch vor wenigen Jahren ein echtes Kuriositätenkabinett: Musikvideos, Katzenvideos, Nerds die mit wackeligen Kameras Vlogs aufnahmen und Videos aus dem Bereich „Pleiten, Pech und Pannen“.

2006 wurde Youtube von Google gekauft und bereits 2007 konnten Videoproduzenten durch das Partnerprogramm Geld mit ihren Videos verdienen. Die Aussicht auf Geld führte dazu, dass mehr Menschen den Weg zum Videoportal fanden, aber weitestgehend von den Menschen aus der „realen“ Welt belächelt wurden.

„Ach der macht so Videos im Internet“, war lange Zeit gleichbedeutend mit: Das ist ein unrealistischer Computerfreak mit zu viel Zeit. Was dabei vergessen wurde: Kleinvieh macht auch Mist. Wenige Klicks bringen nur Centbeträge, Millionen von Klicks bringen durchaus mehr Geld.

Genauso wie die Hinterlassenschaft eines Hundes Fliegen anzieht, zieht die Aussicht auf Geld Unternehmen an. Aus diesem Grund wurden sogenannte Multi-Channel-Networks (MCN) gegründet (in Deutschland z.B. Mediakraft).

Diese MCN warben damit, ihre Mitglieder (Partner) in vielerlei Hinsicht zu unterstützen. Je nach Netzwerk werden Hilfen von der „Vollproduktion“ (Stellung von Personal, Infrastruktur und Equipment für den Videodreh und die Nachbearbeitung), Vermittlung von höher dotierten Werbemaßnahmen usw. usw. angeboten.

Kontinuierlich wandelte sich das Erscheinungsbild Youtubes vom bereits erwähnten „Kuriositätenkabinett“ zum gleichwertigen Fernsehersatz, oder sogar zum Gegenentwurf davon. Die oftmals jungen Videoproduzenten hatten durch ihr Alter und die Nähe zu den Usern eine viel konkretere Vorstellung davon, was die junge Zielgruppe erwartete.

Mit der Zeit entstanden die ersten Youtube Stars mit einem Millionenpublikum: Gronkh, Y-Titty, LeFloid, Die Außenseiter, Apecrime, PietSmiet, iBlali, Sarazar, Simon Desue, Albertoson, Sami Slimani, BibisBeautyPalace, DagiBee und andere.

Die Reichweite der neuen Stars übersteigt heute die Reichweite manch etablierter Fernsehsendung und löste eine wahre Goldgräberstimmung aus. Immer neue Accounts wurden bei Youtube eröffnet und immer mehr Menschen produzierten Videos hoch und veröffentlichten diese.

Die Stars der Szene wurden spätestens durch ein eskalierendes „Fantreffen“ von BibisBeautyPalace und DagiBee (mit tausenden Besuchern) von der offline Gesellschaft wahrgenommen. Nicht zuletzt die Industrie entdeckte Youtube als möglichen Werbeplatz für ihre Produkte und die Stars als Werbefiguren.

Die Youtube-Stars inszenierten sich auf Fantreffen und Events (z.B. den Videodays) als Gegenwirklichkeit zur TV-Landschaft: echt, am Boden geblieben, unverbraucht und kreativ. Das Youtube-Land wurde zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Netzwerke (MCN) machten durch ihre Zugpferde und die Millionen kleiner „Katzenvideo-Produzenten“ viel Papier und sorgten im Umkehrschluss auch für eine weitere Steigerung ihrer reichweitenstarken „Cahscows“, denn jeder Klick brachte bares Geld.

2014 kam es dann zum ersten Bruch in der heilen Youtube-Welt: Die Ikone „LeFloid“, alias Florian Mundt gab öffentlich die Kündigung von seinem Netzwerk „Mediakraft“ bekannt. Diesem ersten Absprung folgten weitere Kündigungen: Die neuen Stars benötigten keine Steigbügelhalter mehr, denn mit ihrem Bekanntheitsgrad konnten sie sich nun selbst vermarkten.

Jeder Mensch möchte Geld verdienen, da bilde ich selbst auch keine Ausnahme. Professioneller „Youtuber“ zu sein, ist auch 2015 noch ein Risiko. Was würde passieren, wenn Google/Youtube eines Tages die Monetarisierung (Möglichkeit zum direkten Verdienst an den Klicks) einfach so abschaltet?

Diese Option steht momentan nicht zur Debatte, aber unmöglich oder völlig unwahrscheinlich ist sie nicht. Aus diesem Grund besteht natürlich ein gewisser „Sachzwang“: Der Erschaffung einer sicheren Einnahmequelle.

Dieser Sachzwang wird dann oftmals zu einer Art Opferaltar, auf dem andere Werte zum Opfer gebracht werden. So kam es vor einigen Tagen zu einer denkwürdigen „Crossmedia-Aktion“: Einige der bekanntesten Youtuber nahmen an der „Wok-WM“ des Fernsehsenders Pro7 teil. Pro7 kann definitiv als der Fernsehsender mit der größten Youtube-Affinität bezeichnet werden und würde sicherlich gerne einige der Stars in Lohn und Brot stellen, um von deren Reichweite zu profitieren.

Vor einigen Stunden wurde dann die Meldung veröffentlicht, dass LeFloid als Berater u.a. für die Jugendabteilungen der öffentlich rechtlichen Fernsehsender engagiert werden soll. Da kann man doch nur gratulieren, dies dürfte ebenso lukrativ, wie die Kampagne einer großen Krankenversicherung sein, für die LeFloid sich ebenfalls hergegeben hatte.

„Money Talks!“, natürlich auch in der Youtube-Welt. 2015 ist das Jahr der Youtube-Entzauberung: Im besten Fall ist Youtube ein Sprungbrett, um sich und seine Reichweite in den Dienst eines seriöseren „Arbeitgebers“ (Fernsehsender o.ä.) zu stellen. Youtube hat also in Deutschland nichts mit der viel beschworenen Kreativität, Authentizität oder Freiheit zu tun. Broadcast yourself bedeutet auf deutsch 2015: Biedere Dich einem Publikum maximalst an, dann darfst Du das dann irgendwann auch bei einem Fernsehsender machen, so mit Weihnachts- und urlaubsgeld.

International gibt es Gegenbeispiele, z.B. den schwedischen Youtuber PewDiePie, der seine Kreativität nicht meistbietend verkauft. Vielleicht liegt es an der deutschen Mentalität, die vor allem auf Sicherheit bedacht ist. Ebenso könnte auch das vielbeschworene „Schaffe, schaffe Häuslebaue!“ ein Aspekt für den Eintausch von Kreativität gegen Sicherheit sein…

Ich bin jetzt selbst etwa 3 Jahre auf Youtube aktiv und betrachte die beschriebenen Entwicklung mit Sorge. Der Platz an dieser Stelle ist zwar annähernd unbegrenzt, aber von einem Algorithmus der kleine Youtuber behindert und große pusht, will ich jetzt gar nicht zu berichten anfangen. Ebenso wenig möchte ich auf den fraglichen Wert von MCN für den Großteil der Videoproduzenten zu sprechen kommen.

Grundsätzlich stellt sich irgendwann Angesichts der beschriebenen Entwicklung die Frage, was Youtube nun eigentlich wirklich für mich darstellt.

Youtube ist für mich nun wieder das Kuriositätenkabinett vom Beginn des Jahrtausends. Heute werden hochauflösende Kameras und keine Wackelkameras benutzt und Dosenmikros findet man auch nicht mehr. Abgesehen von einigen wenigen Youtubern sind alle anderen Produzenten von „Katzenvideos“ – selbst dann, wenn in ihren Videos keine einzige Katze vorkommen sollte.

Ich werde weiterhin Katzenvideos (ohne Katzen) machen, egal ob diese Videos von 1, 10, 100 oder 1000 Leuten gesehen werden. Mir gefallen einfach die Möglichkeiten, die Videos und die Interaktion mit den Usern bieten. Momentan veröffentliche ich Videos auf Youtube, da ich diese Plattform momentan als die geeignetste empfinde. Ob das in einem Jahr noch so sein wird? Wer weiß…vielleicht hat RTL ja ein Angebot für mich …

Von der Problematik weitreichender Entscheidungen

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Ein User hat mich auf meinem YouTube-Kanal gefragt, ob ich es für möglich halte, dass ein junger Mensch weitreichende Entscheidungen, z.B. über seine Berufswahl treffen kann.

Über diese Frage werde ich in den nächsten Tagen meine Gedanken an dieser Stelle veröffentlichen. Schon jetzt möchte ich Euch einladen, mir Euer Feedback zukommen zu lassen.

Können junge Menschen weitreichende Entscheidungen treffen? Sag es mir!