Zurück in die Zukunft: Wie schnell 30 Jahre vergehen

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Many clocks in a blue wooden background

Zeit vergeht, schneller als Du denkst!

 

 

Es war gestern so weit: Wir schrieben den 21.10.2015. In dem Film Zurück in die Zukunft 2 vor 30 Jahren, sprang Marty McFly (Michael J. Fox) mit seiner Zeitmaschine exakt an diesen Tag.

Zahlreiche Magazine und Zeitschriften beschäftigten sich mit diesem interessanten Detail und der Frage, was von den Utopien der Filmemacher sich tatsächlich im Jahr 2015 bewahrheitet hat.

Für mich war aber ein ganz anderer Punkt entscheidend: Ich selbst habe Zurück in die Zukunft 2 vor 30 Jahren im Kino gesehen, damals war ich 7 Jahre alt. Ich war mit Freunden im Kino, zu denen ich bereits lange keinen Kontakt mehr habe und das Kino gibt es auch seit mehr als 10 Jahren nicht mehr.

Übrig geblieben bin also nur „ich“ – 30 Jahre älter, deutlich größer und natürlich auch etwas schwerer… Was für mich aber unfassbar ist: Wo sind diese 30 Jahre geblieben? Und: Warum zum Teufel habe ich eigentlich keinen Kontakt mehr zu den Freunden von damals?

Den letzteren Punkt habe ich mehrfach zu ergründen versucht. Ich wollte wissen, wo und warum sich die Lebenswege von mir und meinen damaligen Jugendfreunden getrennt haben. Natürlich habe ich versucht, wieder einen Kontakt herzustellen.
Dabei kam es mir aber so vor, als wäre ich in einem Eishaus gelandet. Die Gespräche waren holprig bis stockend, manchmal funktionierte überhaupt keine Kommunikation.

Die letzte Begegnung mit der Vergangenheit hatte ich bei der Waschanlage. Ich wusch meinen Golf, mein bester Freund von damals wusch nebenan seinen Astra. Er hatte mich erkannt, ich hatte ihn erkannt – keiner von uns unternahm den Versuch den anderen anzusprechen. Am Ende waren unsere Autos sauber, unsere Gewissen nicht so recht.

30 Jahre sind eben ein ganzes Leben, in dem verdammt viel passieren kann. Einige Menschen sterben sogar in dieser Zeit. Jeder meiner Jugendfreunde hätte in diesem Zeitraum sterben können, ich hätte es höchstwahrscheinlich nicht bemerkt. Umgekehrt wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach genauso gewesen.

Die Wahrheit lautet wohl – meine Jugendfreunde gibt es nur noch in meiner Erinnerung, so wie es mich als Jugendlichen nur noch in den Erinnerungen der Menschen gibt, mit denen ich damals zu tun hatte. Genau genommen sind wir also alle im Verlauf der letzten 30 Jahre gestorben und wurden wiedergeboren, als jeweils neueste Varianten der Personen, die wir damals waren.

Ob ich mich verändert habe? Mit Sicherheit! Ob mein damaliges Ich mein heutiges Ich mögen würde? Vielleicht! Ob ein Reload zu den Menschen von damals möglich ist? Ich glaube nicht! Dafür sind wir uns alle wohl viel zu egal gewesen, denn sonst hätte sich ja irgendjemand mehr Mühe gegeben.

Während ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich an Stephen Kings „Stand by me“ (Erinnerungen eines Sommers) erinnert. Zeiten ändern sich und dich, hat der weise Hiphop-Poet Bushido mal gesungen. Das stimmt. Jeden Tag geht eine alte Welt unter und eine neue Welt wird geboren.

Die Frage lautet eigentlich jeden Tag auf`s Neue: Was ist mir so wichtig, dass ich etwas für seinen Bestand tun will – egal was es kostet?

Ich bin aber nicht allein übrig geblieben, denn da sind noch Marty McFly, Doc Brown und der Delorean. Betrachtet aus den Augen eines nun 37 Jährigen.

 

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