Der Fall Monica Lierhaus: Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben

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Monica Lierhaus ist eine starke Frau und das nicht erst seit 2009. Bis zu diesem Schicksalsjahr wahr die Sportjournalistin der Shootingstar im Sportjournalismus. 2009 erfolgte dann eine OP, die ein lebensbedrohliches Hirn-Aneurysma entfernen sollte.

Die OP war erfolgreich, jedoch musste Lierhaus 4 Monate in ein künstliches Koma versetzt werden und erwachte aus diesem mit teils schweren Sprach- und Bewegungsstörungen.

Die Journalistin gab nicht auf, sondern unterzog sich zuerst einer REHA und kämpfte sich zurück ins Leben. Anders als man das vielleicht vermuten könnte, wurde sie von der „Öffentlichkeit“ dabei alles andere als unterstützt. So geriet die Moderatorin als Nachfolgerin von Botschafter Frank Elstner für die Aktion Mensch aufgrund eines angeblich überzogenes Honorars in die öffentliche Kritik und musste sich auch teils hämischer Kommentare erwehren. Auslöser dieser Negativ-Kampagne war niemand anderes als das selbstgerechte und für seine fehlende Objektivität bekannte Magazin, der Spiegel.

2011 machte Monika Lierhaus ihrem langjährigem Lebenspartner Rolf Hellgardt einen öffentlichen Heiratsantrag. Hellgardt akzeptierte den Antrag, aber das Paar trennte sich 2015.

Angesichts dieser Lebensgeschichte lässt sich annähernd erahnen, dass Monica Lierhaus keinesfalls vom Schicksal begünstigt wurde.

Vor einigen Tagen äußerte sich dann Monica Lierhaus in einem Interview, dass sie die betreffende OP zur Entfernung des Aneurysmas heute nicht erneut durchführen würde. „…Mir wäre vieles erspart geblieben …“ (Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland). Das bedeutet im Klartext: Sie würde den Tod ihrem momentanen Leben und ihren gemachten Erfahrungen vorziehen. Eigenen Angaben zufolge soll sie heute körperlich zu 85% wieder hergestellt sein.

Das besagte Interview löste einen echten Shitstorm aus und lockte scheinbar echte Gesinnungsterroristen aus ihren Löchern, die Lierhaus für ihre Äußerung stark kritisierten. Als prominente Person hätte sie eine Verpflichtung sich nicht so zu äußern, außerdem hätte sie mit ihren Aussagen den „Lebenswert von Behinderten in Frage gestellt“ (Blog: Stufenlos ; Christiane Link) usw. usw. usw.

Es kam sogar soweit, dass Samuel Koch (Querschnittslähmung durch Unfall bei „Wetten dass…?“) sich genötigt sah, der Moderatorin zur Seite zu stehen.

Ich finde diesen Aufstand der angeblich „Anständigen“ sehr beschämend und perfide. Geht es wirklich um verletzte Befindlichkeiten, oder darum das jemand mutig ausgesprochen hat, was manche Betroffenen vielleicht bereits einmal selbst gedacht haben?

Oder ist es am Ende doch ganz anders? Geht es hier vielleicht eher um eine ideologisches Problem, dass von Schlagworten wie Inklusion und Gleichstellung geprägt ist?

Ich selbst bin (abgesehen von einer Brille) nicht behindert und respektiere grundsätzlich jeden Menschen. Ich nehme mir aber das Recht heraus, um selbst über mein Leben (und meinen Tod) zu bestimmen – was interessiert mich denn da die Meinung eines Menschen, der sich ebenfalls in meiner Lage befindet, wenn es gerade um MEIN Leben geht?

Die öffentliche Diskussion um Monica Lierhaus ist vor allem eines: unverschämt. Ich möchte an dieser Stelle meiner Empörung Ausdruck verleihen und den Kritikern von Monica Lierhaus vor allem eines raten: Schämt Euch!

Jeder Mensch hat das Recht sein Leben so zu leben, wie er es für richtig hält – egal ob das einem Dritten nun gefällt, oder aber nicht. Dies schließt ganz explizit auch die Entscheidung zu einer Beendigung des EIGENEN Lebens mit ein. Diese Entscheidung hat jeder Mensch ausschließlich sich selbst gegenüber zu rechtfertigen.

Im Falle einer Monica Lierhaus bedeutet das konkret: Wenn es andere Menschen mit ähnlichen (oder schwerwiegenderen) Einschränkungen gibt, die ihr Leben trotzdem sinnvoll finden und es ebenfalls genießen – dann ist das wunderbar! Welche Instanz aber gibt anderen Menschen das Recht arrogant und ignorant über das Leben eines anderen Menschen zu befinden und entscheiden zu wollen bzw. warum glauben sie das zu können?

Nein, mein voller Respekt gebührt Monica Lierhaus – auch wegen ihrer ehrlichen und mutigen Äußerungen. Ich wünsche der Moderatorin von ganzem Herzen, dass sie ihre Worte vielleicht einmal revidieren kann!

Wenn Du mehr darüber erfahren willst, wie Dein Bewusstsein manipuliert wird und was Du dagegen tun kannst, möchte ich Dir gerne mein Buch empfehlen!

Was wirklich zählt …

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In der letzten Woche hörte ich von einer wahren Geschichte, die mich zutiefst berührt hat. Auf der Social Media-Plattform Reddit berichtet der User ChrisBenRoy von einer ganz speziellen Geburtstagskarte, die er zu seinem 30. Geburtstag bekommen hat.
Es handelt sich um eine herkömmliche Geburtstagskarte mit einem vorgedruckten Text. Unter dem Vordruck stehen dann ein paar handschriftliche Worte, die man ebenfalls auf einer solchen Karte vermuten kann:
Du bist jetzt 30? Du sollst wissen, was das bedeutet: Es jetzt ist an der Zeit, das Wort „Alter“ aus deinem Wortschatz zu streichen und deine Kappe wieder richtig herum zu drehen.
Signiert ist diese Notiz mit der Signatur:
Hab dich lieb, Papa.

Wenn sich ein Mensch bei einer solchen Karte nicht freut, dann hat er wohl keinen besonders ausgeprägten Draht zu einen Gefühlen. Hinter diesen speziellen Karte steckt aber sogar ein Geheimnis.

Der Verfasser der Karte ist vor 16 Jahren verstorben und hatte die Karte kurz vor seinem Tod geschrieben. ChrisBenRoy bekam die Karte von seiner Mutter ausgehändigt, die sie über die lange Zeit aufbewahrt hatte.

An seinem 30. Geburtstag hielt ChrisBenRoy eine Nachricht seines Vaters in den Händen, die er bisher noch nie gesehen hatte. Diesen Moment wird der 30-Jährige wohl niemals in seinem Leben vergessen, denn er wurde daran erinnert, wie wichtig er seinem Vater gewesen war.

Wie gehst Du mit dieser Thematik um? Bist Du eher der „lockere“ Typ, der Gefühlsäußerungen eher für überflüssig hält? Falls ja, solltest Du einmal darüber nachdenken, was das Leben eigentlich ausmacht. Sind es die rein materiellen Dinge: Dein Pferd, Dein Auto, Dein Haus?
All das ist zweifelsohne „nett“ – aber entscheidet es wirklich darüber, ob Dein Leben lebenswert ist?

Ich glaube nicht. Mein Leben wird durch die wenigen echten, authentischen Beziehungen zu anderen Menschen wertvoll.
Ohne die
Nestwärme zu geliebten Menschen ist es auch in einem Rolls-Royce erbärmlich kalt.

Echte Beziehungen zeichnen sich natürlich durch wahre Gefühle und durch den Anteil an dem Leben des jeweils Anderen aus. Durch diese Verbindungen zu anderen Menschen lernen wir auch sehr viel über uns selbst, aber auch unser eigenes Verhalten besser zu reflektieren.

Wann hast Du das letzte Mal einem wichtigen Menschen gesagt, was er Dir bedeutet?

Wann hast Du das letzte Mal einen Menschen aufrichtig (nicht im Rahmen einer Begrüßung) umarmt, um diesem Deine Zuneigung auszudrücken?

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Viele Menschen schrecken genau davor zurück: angebliche Schwäche zu demonstrieren, indem sie einem anderen Menschen ihre Wertschätzung ausdrücken. Damit nehmen sie sich selbst eine der essentiellen Bestandteile der menschlichen Erfahrung.

Irgendwann kann es zu spät sein. Ich selbst erlebte im letzten Jahr, wie ein junger Mensch von heute auf morgen an den Folgen eines geplatzen Aneurysma verstarb. Dies ist natürlich kein Grund in hektischen Aktionismus zu verfallen, denn jedem Menschen ist eine bestimmte Zeitspanne bestimmt.

Trotzdem kann das Leben plötzlich und unbegreiflich enden. Ich möchte die Zeit, die mir hier auf Erden zugestanden wird, nutzen und einen Unterschied ausmachen. Möchtest auch Du zu einer menschlicheren Gesellschaft beitragen? Warum nutzt Du dann nicht diese Woche, um Deinen „Lieblingsmenschen“ zu zeigen, was sie Dir bedeuten?

Ganz liebe Grüße,

Stefan Müller, der Gedankencoach

Mein Buch auf Amazon:

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