Die Erwartungen anderer Menschen

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In der letzten Woche wurde ich von einer „Rezension“ zu meinem neuesten Buch „Gefährlich! Band 2″ inspiriert.

Es handelte sich um keine positive Rezension, sondern um die drakonischste Variante überhaupt: 1 Stern bei Amazon.

Schon beim Vorgänger hagelte es bei Amazon negative Bewertungen und ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit meinem YouTube Kanal gemacht. Interessant ist hier aber die Tatsache, dass mich im Gegenzug völlig anderes Feedback in Form von Emails und Briefen erreicht: 9 von 10 Meldungen sind absolut konstruktiv und meist auch sehr positiv.

Anscheinend erwerben also die meisten meiner Leser meine Bücher nicht bei Amazon, sondern über andere Bezugswege, während die negativen Rezensionisten bei Amazon vertreten sind.

Grundsätzlich muss ich hier natürlich klarstellen: Jeder meiner Leser darf mich oder meine Arbeit nicht mögen, doof oder sogar bescheuert finden. Zusätzlich ist jede andere Bewertung zulässig, denn normalerweise bezahlt ein Leser das Buch ja schließlich mit seinem Geld.

Was ich persönlich lächerlich und grotesk finde, ist das Thema „Erwartungshaltung“. Einige Menschen rennen scheinbar mit in Beton gegossenen Erwartungshaltungen durch die Welt und erwarten, dass diese Erwartungen von anderen Menschen erfüllt werden müssen. Dazu möchte ich sagen:

Fremde Erwartungshaltungen interessieren mich als Autor nicht!

Zum Teil nehmen diese Erwartungen groteske Züge an. Ein angeblicher Leser war erbost, da mein Buch von mir geschrieben worden ist und nicht von meinem Verleger. Diese Information ist mit einem Blick auf das Cover oder die Titelaufnahme bei Amazon „recherchierbar“. Warum soll ich mir als Autor dann „schuld“ an der mentalen Unzulänglichkeit solcher Menschen sein? Amazon sieht das natürlich völlig anders und löscht solche Rezensionen nicht. Prima!

Ebenso häufig wird bei Amazon behauptet, der Leser hätte sich „etwas völlig Anderes“ unter meinen Büchern vorgestellt. Tja, was soll ich sagen? Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Bei meinem Erstlingswerk ist es außerdem so, dass die „Blick ins Buch“-Option bei Amazon aktiviert ist. Das bedeutet: Jeder kann in das Buch reinlesen, genau wie in einem „normalen“ Buchladen in der realen Welt. Die Enttäuschung über ihre eigene Unzulänglichkeit führt dann wieder zu weiteren, absolut negativen Rezensionen.

Ich fand das bis jetzt sehr schade. Eine Zeit lang habe ich mit dem Gedanken gespielt, Freunde und Bekannte zu „Gefälligkeitsrezensionen“ zu bewegen, damit diese negativen Rezensionen ausgeglichen werden.
Ich hatte diese Idee, weil ich Amazon bis vor kurzem als Möglichkeit angesehen habe, mit einem größeren Publikum in Kontakt zu kommen. Diese Idee wird erfolgreich mit negativen Rezensionen torpediert.

Heute sehe ich das anders. Meine Bücher finden Ihre Leser. Die zahlreichen Zuschriften sind ein eindrucksvoller Beleg, wie gut meine Arbeit angenommen wird.
Ich suche natürlich einen Teil der Verantwortung für das Phänomen dieser mangelhaften Bewertungen auch bei mir. In meinen Büchern ziehe ich hart und schonungslos ins Gericht – auch mit meinen Lesern. Das tut mir aber keinesfalls leid – ich will Menschen erreichen und ihnen nicht nur aufmunternd auf die Schultern tätscheln – anstelle dessen trete ich sie in den Allerwertesten. Ich interpretiere einen Teil der Rezensionen nun als Bestätigung damit, dass einige Leser BEtroffen waren – vielleicht stößt mein „gefährlicher“ Tritt vor das Schienbein dazu, dass diese Menschen eines Tages aufwachen.

Sollte das nicht passieren, stehen dem selbstmitleidigen Leser im Opfermodus ganze Bibliotheken mit oberflächlichen und harmlosen Seelenstreichlern zur Verfügung!

 

Eines steht fest: Ich bleibe auf Kurs und mache genau so weiter wie bisher – das Wimmern dieser Leser sehe ich als Kompliment 😉

 

Bekanntgabe der Gewinner

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Normalerweise würde ich mich an dieser Stelle ja gerne für die Teilnahme am aktuellen Oster-Gewinnspiel bedanken (wurde im Newsletter ausgeschrieben). Da es aber schlicht und einfach KEINE Teilnehmer gab, komme ich anstelle dessen meiner Pflicht nach und veröffentliche (wie versprochen) die Ostereier samt „Gewinner“:

Preis 1: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 2: 1x  Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand:

Preis 3: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 4: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Preis 5: 1x Amazon Gutschein im Wert von 50 Euro geht an: Niemand

Ich spende die Gewinne nun mir selbst und werde meinen Spaß damit haben.

Ätschibätschi!

 

Notiz: Nicht nach fallenden Messern greifen!

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Neben all den politischen Ausflügen geht es nun zurück zum Kerngeschäft. Es gibt viele Dinge, die ich nicht oder nur sehr rudimentär beherrsche: Basteln, Kochen und besonders musikalisch bin ich auch nicht. Was ich aber überhaupt nicht kann ist: verlieren!

Es gibt Kalendersprüche, die wohl jeder kennt und sich vielleicht auch gelegentlich danach richtet. Einer davon ist:

Gib dein Bestes, falls es nicht klappt – dann musst Du dir wenigstens keine Selbstvorwürfe machen.“

Diese Binsenweisheit stimmt. Jedoch lauert eine andere Problematik hinter diesm Kalenderspruch, denn wenn man sich daran hält, muss man im Falle eines Misserfolgs einer unbequemen Wahrheit ins Antlitz blicken. Diese Wahrheit lautet:

Du hast es einfach nicht gepackt, Du hast nicht genug drauf gehabt!

Wer sich nur zu 90%, 80% oder noch weniger engagiert, hat die bequeme Ausrede: Hey, da war ich eben zu faul gewesen. Vielleicht steckt sogar ein Vorsatz hinter den „Minderleistern“: Nicht alles geben, um nur ja nicht an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit zu kommen.

Ja, es gibt eine Grenze. Eine Grenze, die der einzelne Mensch nicht überwinden kann. Wer zu feste drückt, wird scheitern – oder bekommt zumindest Hämorrhoiden: Willkommen im Druck-Prinzip.


Nicht jeder Mensch kann Ballett-Tänzer, Mathematiker, Künstler oder Pilot werden. Es gibt Grenzen, die der Einzelne nicht überwinden kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir an diesen Punkten an die Grenzen unseres „Lebensplans“ stoßen. Dieser Plan ist nur sehr wage, definiert aber die Grenzen unseres Spielraums.

Dies Vorstellung auch nur in Erwägung zu ziehen, ernüchtert. Der freie Wille würde uns in diesem Fall nicht ganz zur Verfügung stehen, denn wir unterliegen Grenzen.

Nun ist da diese eine Sache, an die wir nicht herankommen. Vielleicht haben wir bereits viel Blut, Schweiß und Tränen vergossen – auf gut deutsch: Zeit, Geld und Energie, aber immer wieder entwischt uns dieses Ziel, vielleicht sogar immer im letzten Moment. Entgegen der „Never give up“-Philosophie wird uns das Dranbleiben an diesem Ziel letztlich noch viel viel mehr kosten, aber wir werden es dennoch niemals bekommen.

Wer dennoch an der Sache „dranbleibt“, gleicht einem Investor, der bereits eine sehr große Summe Geld in eine Aktie investiert hat. Plötzlich beginnt der Kurs der Aktie abzustürzen. Der Investor beginnt „Unterstützungskäufe“ zu starten, um den Kurs der Aktie zu stabilisieren. Die Aktie fällt aber weiter und weiter, während der Investor im gleichen Verhältnis weiter kauft. Am Ende dümpelt die Aktie bei nur noch wenigen Cents. Das Geld des Investors ist nicht weg, es „hat nur jemand Anderes“. Kurze Zeit später geht das Unternehmen pleite und damit endet diese Geschichte unrühmlich.

An der Börse gibt es deshalb den Rat „Never catch a falling knife“ (greife niemals nach einem fallenden Messer). Diesen Rat kann man recht gut auf das Leben abseits der Börse übertragen. Wenn sich eine Sache trotz angemessenem Energieeinsatz nicht in den Griff bekommen lässt, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein „fallendes Messer“, dass uns bluten lässt – egal wie lange wir „durchhalten“.

An dieser Stelle verkneife ich mir nun jeden Kommentar über Parallelen zu Durchhalteparolen wie „Wir schaffen das!“ von Merkel. Anstelle dessen rate ich zu einem nüchternen Blick auf die Energiebilanz eines Geschäfts, oder einer Unternehmung. Manchmal hilft „mehr“ Mühe nicht, sondern macht die Situation sogar noch viel schlimmer.

Wie Du eine solche Situation zu Deinem Vorteil ummünzen kannst, verrate ich Dir in meinem neuesten Buch! Eines sei aber bereits hier verraten: Manchmal bedeutet die Erkenntnis „verloren“ zu haben auch einen großen Gewinn, denn wenn Du es kapiert hast, wirst Du dich nicht weiter blindlings ins Unheil stürzen.

Diskussionen lohnen nicht, mein Darling!

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Promotion and marketing concept - Little people in front of a loudspeaker

Diskussionen lohnen nicht, mein Darling!

Durch meine Arbeit mit Menschen und besonders auch durch meine Aktivitäten in den Sozialen Medien bin ich Diskussionen gewohnt. Bereits in der Schule wurden wir alle in den Methoden der Diskussion trainiert, lernten rhetorische Stilmittel, Techniken wie den Advocatus diaboli, sachliche Argumentationsführung und vieles andere. Im Studium oder Beruf lernten die meisten von uns wie man Arbeitsergebnisse sachlich vorträgt und wie man mit Kritik umgeht. Einige von uns erhielten dann zusätzlich noch Fortgeschrittenen Training in Verkaufstechniken, Dialektik oder sogar eher psychotherapeutischen Techniken wie z.B. dem Neurolinguistischen Programmieren. Nur, was hat das am Ende eigentlich genutzt?

Ich gebe zu, der Titel dieses Artikels ist bewusst provokant gewählt. Aber ganz ehrlich: Wo hat das mit den Diskussionen eigentlich wirklich einmal so wie in der Theorie funktioniert? Gibt es am Ende nicht immer einen „Verlierer“ und einen „Gewinner“? Wie oft resultiert der Ausgang einer sachlich geführten Diskussion ausschließlich aus der Waffenungleichheit der Diskussionspartner, wie es z.B. zwischen Bürgern und Politik oder Angestellten und Arbeitgeber der Fall ist?

Neuerdings wird diese Waffenungleichheit sogar künstlich durch eine angebliche „moralische“ Überlegenheit einzelner Standpunkte geschaffen, die sachliche Argumente des Gesprächsgegners lediglich aufgrund einer angeblichen moralischen Unterlegenheit abwerten und somit für ungültig erklären.

Diskussionen sind natürlich nicht grundsätzlich sinnlos, wie der Titel dieses Artikels es suggeriert. Wer eine Diskussion führen will, muss sich zwangsläufig an Regeln halten. Bei diesen Regeln handelt es sich um Respekt, Fairness und auch den Willen, dem Gesprächspartner wirklich zuzuhören. Das krasse Gegenteil und perfekte Beispiele für sinnlose Diskussionen sind die zahlreichen Talkshows, egal ob es sich um Hart aber Fair, Maischberger oder auch Formate wie Lanz handelt. Dort steht lediglich die publikumswirksame, aber ansonsten völlig sinnlose Produktion von Worthülsen an erster Stelle.

Wer eine sinnvolle Diskussion führen möchte, muss sich auch auf seinen Gesprächspartner einlassen und ihm auf argumentativer Ebene begegnen. Wer dazu nicht ohne Herabsetzung des Gesprächstpartner in der Lage ist, der braucht gar nicht erst mit seiner heißen Luft begenen. Im Gegenzug sollten diese Personen dann aber nicht verwundert sein, wenn irgendwann niemand mehr mit ihnen diskutiert, sondern sie ohne Vorwarnung direkt eine Keule abbekommen. Menschen sind manchmal leicht zu übertölpeln, aber irgendwann merkt auch der Dümmste, wenn er mal wieder ausgetrickst oder überredet wurde – beides ist das klassische Gegenteil vom klassischen „Überzeugen“.

Aus diesem Grund lehne ich Diskussionen mit unqualifizierten Gesprächspartnern ab. Mein Grundsatz lautet: Wenn Du mich respektierst, respektiere ich Dich! (Hier empfiehlt sich die Transaktionsanalyse nach Thomas Harris…) Menschen die mich nicht respektieren, kann ich in den Sozialen Medien ganz bequem blocken – im realen Leben lasse ich diese Menschen dort stehen, wo sie sich eben befinden. Vielleicht entwickeln diese Menschen sich ja weiter und lernen eines Tages, dass sich wirkliche Empathie und echter Respekt nicht aus den Leitlinien einer Partei oder einer Religion ableitet. Man sollte das Hoffen niemals aufgeben.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr! 2016!

PS: Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann schicke doch einfach eine Email mit dem Betreff „Newsletter“ an: info@dergedankencoach.de und Du verpasst niemals einen meiner Artikel!

Gewinnspiel zum Jahreswechsel!

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Das Gewinnspiel zum Jahreswechsel!

Unter ALLEN Rezensenten meines 1. Buches „Gefährlich!“ auf Amazon verlose ich drei Exemplare des Nachfolgers.

Wie kannst Du mitmachen? Wenn Du noch keine Rezension zu meinem Buch geschrieben hast: Hau in die Tasten! Wenn Du das gemacht hast, schicke eine Email mit Nennung Deines Amazon Benutzernamens an: info@dergedankencoach.de

Ganz wichtig: Teilnehmen können auch Leser, die bereits eine Rezension verfasst haben! Einfach Email mit Benutzernamen an die o.g. Emailadresse.

Die Gewinner werden unter allen eingehenden und teilnahmeberechtigten Einsendungen per Los ermittelt.
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen und die Gewinner werden benachrichtigt!

Das Buch findest Du hier: http://www.amazon.de/Gef%C3%A4hrlich-m%C3%A4c…/…/ref=sr_1_1…

Ich wünsche viel Glück!

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PS: Einsendeschluß ist der 15.Januar 2016

Freiheit ist eine Lebenseinstellung

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US Cavalry bronze statue at US capitol complex

Freiheit bekommt man nicht geschenkt – man nimmt sie sich!

Niemand kann einen anderen Menschen Freiheit schenken. Jeder Mensch hat zu jedem Moment die Wahl: Will ich frei sein, oder füge ich mich einer bestehenden Ordnung?

Ein gelungenes Leben ist aber immer auch ein freies Leben. Wer unfrei ist, kann sich nicht entfalten und wird zu einem Zahnrad aus Fleisch. Ein solches Leben dient dann nur noch fremden Interessen.

Denken kann frei machen, nämlich dann wenn Du an die Grenzen stößt, die Dir von außen eingeräumt werden und Du dich davon nicht beeindrucken lässt. Denke weiter!

Niemand auf diesem Planeten kann Dich gegen Deinen Willen „frei machen“ – Freiheit hat mit Gefahr zu tun und es gibt nicht wenige Menschen, die ein angeblich sicheres Gefängnis einem Leben in der „gefährlichen“ Freiheit vorziehen. Die Wahrheit aber lautet: Wer sich freiwillig in ein Gefängnis begibt, ist bereits tot.

Freiheit kann man sich nur selbst nehmen. Unter Umständen wirst Du auf Gefahren und vielleicht auch auf Gegner stoßen. Vielleicht wirst Du auch grandios scheitern und vielleicht wirst Du sogar untergehen.

Jeder Mensch muß für sich entscheiden, ob ein Leben als Sklave lebenswert ist. Ich für meinen Teil ziehe es vor, als freier Mann zu sterben, anstelle als Knecht zu sterben.

Wie steht es mit Dir?

Zurück in die Zukunft: Wie schnell 30 Jahre vergehen

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Many clocks in a blue wooden background

Zeit vergeht, schneller als Du denkst!

 

 

Es war gestern so weit: Wir schrieben den 21.10.2015. In dem Film Zurück in die Zukunft 2 vor 30 Jahren, sprang Marty McFly (Michael J. Fox) mit seiner Zeitmaschine exakt an diesen Tag.

Zahlreiche Magazine und Zeitschriften beschäftigten sich mit diesem interessanten Detail und der Frage, was von den Utopien der Filmemacher sich tatsächlich im Jahr 2015 bewahrheitet hat.

Für mich war aber ein ganz anderer Punkt entscheidend: Ich selbst habe Zurück in die Zukunft 2 vor 30 Jahren im Kino gesehen, damals war ich 7 Jahre alt. Ich war mit Freunden im Kino, zu denen ich bereits lange keinen Kontakt mehr habe und das Kino gibt es auch seit mehr als 10 Jahren nicht mehr.

Übrig geblieben bin also nur „ich“ – 30 Jahre älter, deutlich größer und natürlich auch etwas schwerer… Was für mich aber unfassbar ist: Wo sind diese 30 Jahre geblieben? Und: Warum zum Teufel habe ich eigentlich keinen Kontakt mehr zu den Freunden von damals?

Den letzteren Punkt habe ich mehrfach zu ergründen versucht. Ich wollte wissen, wo und warum sich die Lebenswege von mir und meinen damaligen Jugendfreunden getrennt haben. Natürlich habe ich versucht, wieder einen Kontakt herzustellen.
Dabei kam es mir aber so vor, als wäre ich in einem Eishaus gelandet. Die Gespräche waren holprig bis stockend, manchmal funktionierte überhaupt keine Kommunikation.

Die letzte Begegnung mit der Vergangenheit hatte ich bei der Waschanlage. Ich wusch meinen Golf, mein bester Freund von damals wusch nebenan seinen Astra. Er hatte mich erkannt, ich hatte ihn erkannt – keiner von uns unternahm den Versuch den anderen anzusprechen. Am Ende waren unsere Autos sauber, unsere Gewissen nicht so recht.

30 Jahre sind eben ein ganzes Leben, in dem verdammt viel passieren kann. Einige Menschen sterben sogar in dieser Zeit. Jeder meiner Jugendfreunde hätte in diesem Zeitraum sterben können, ich hätte es höchstwahrscheinlich nicht bemerkt. Umgekehrt wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach genauso gewesen.

Die Wahrheit lautet wohl – meine Jugendfreunde gibt es nur noch in meiner Erinnerung, so wie es mich als Jugendlichen nur noch in den Erinnerungen der Menschen gibt, mit denen ich damals zu tun hatte. Genau genommen sind wir also alle im Verlauf der letzten 30 Jahre gestorben und wurden wiedergeboren, als jeweils neueste Varianten der Personen, die wir damals waren.

Ob ich mich verändert habe? Mit Sicherheit! Ob mein damaliges Ich mein heutiges Ich mögen würde? Vielleicht! Ob ein Reload zu den Menschen von damals möglich ist? Ich glaube nicht! Dafür sind wir uns alle wohl viel zu egal gewesen, denn sonst hätte sich ja irgendjemand mehr Mühe gegeben.

Während ich diese Zeilen schreibe, fühle ich mich an Stephen Kings „Stand by me“ (Erinnerungen eines Sommers) erinnert. Zeiten ändern sich und dich, hat der weise Hiphop-Poet Bushido mal gesungen. Das stimmt. Jeden Tag geht eine alte Welt unter und eine neue Welt wird geboren.

Die Frage lautet eigentlich jeden Tag auf`s Neue: Was ist mir so wichtig, dass ich etwas für seinen Bestand tun will – egal was es kostet?

Ich bin aber nicht allein übrig geblieben, denn da sind noch Marty McFly, Doc Brown und der Delorean. Betrachtet aus den Augen eines nun 37 Jährigen.

 

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