Notiz: Nicht nach fallenden Messern greifen!

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Neben all den politischen Ausflügen geht es nun zurück zum Kerngeschäft. Es gibt viele Dinge, die ich nicht oder nur sehr rudimentär beherrsche: Basteln, Kochen und besonders musikalisch bin ich auch nicht. Was ich aber überhaupt nicht kann ist: verlieren!

Es gibt Kalendersprüche, die wohl jeder kennt und sich vielleicht auch gelegentlich danach richtet. Einer davon ist:

Gib dein Bestes, falls es nicht klappt – dann musst Du dir wenigstens keine Selbstvorwürfe machen.“

Diese Binsenweisheit stimmt. Jedoch lauert eine andere Problematik hinter diesm Kalenderspruch, denn wenn man sich daran hält, muss man im Falle eines Misserfolgs einer unbequemen Wahrheit ins Antlitz blicken. Diese Wahrheit lautet:

Du hast es einfach nicht gepackt, Du hast nicht genug drauf gehabt!

Wer sich nur zu 90%, 80% oder noch weniger engagiert, hat die bequeme Ausrede: Hey, da war ich eben zu faul gewesen. Vielleicht steckt sogar ein Vorsatz hinter den „Minderleistern“: Nicht alles geben, um nur ja nicht an die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit zu kommen.

Ja, es gibt eine Grenze. Eine Grenze, die der einzelne Mensch nicht überwinden kann. Wer zu feste drückt, wird scheitern – oder bekommt zumindest Hämorrhoiden: Willkommen im Druck-Prinzip.


Nicht jeder Mensch kann Ballett-Tänzer, Mathematiker, Künstler oder Pilot werden. Es gibt Grenzen, die der Einzelne nicht überwinden kann. Ich bin überzeugt davon, dass wir an diesen Punkten an die Grenzen unseres „Lebensplans“ stoßen. Dieser Plan ist nur sehr wage, definiert aber die Grenzen unseres Spielraums.

Dies Vorstellung auch nur in Erwägung zu ziehen, ernüchtert. Der freie Wille würde uns in diesem Fall nicht ganz zur Verfügung stehen, denn wir unterliegen Grenzen.

Nun ist da diese eine Sache, an die wir nicht herankommen. Vielleicht haben wir bereits viel Blut, Schweiß und Tränen vergossen – auf gut deutsch: Zeit, Geld und Energie, aber immer wieder entwischt uns dieses Ziel, vielleicht sogar immer im letzten Moment. Entgegen der „Never give up“-Philosophie wird uns das Dranbleiben an diesem Ziel letztlich noch viel viel mehr kosten, aber wir werden es dennoch niemals bekommen.

Wer dennoch an der Sache „dranbleibt“, gleicht einem Investor, der bereits eine sehr große Summe Geld in eine Aktie investiert hat. Plötzlich beginnt der Kurs der Aktie abzustürzen. Der Investor beginnt „Unterstützungskäufe“ zu starten, um den Kurs der Aktie zu stabilisieren. Die Aktie fällt aber weiter und weiter, während der Investor im gleichen Verhältnis weiter kauft. Am Ende dümpelt die Aktie bei nur noch wenigen Cents. Das Geld des Investors ist nicht weg, es „hat nur jemand Anderes“. Kurze Zeit später geht das Unternehmen pleite und damit endet diese Geschichte unrühmlich.

An der Börse gibt es deshalb den Rat „Never catch a falling knife“ (greife niemals nach einem fallenden Messer). Diesen Rat kann man recht gut auf das Leben abseits der Börse übertragen. Wenn sich eine Sache trotz angemessenem Energieeinsatz nicht in den Griff bekommen lässt, dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein „fallendes Messer“, dass uns bluten lässt – egal wie lange wir „durchhalten“.

An dieser Stelle verkneife ich mir nun jeden Kommentar über Parallelen zu Durchhalteparolen wie „Wir schaffen das!“ von Merkel. Anstelle dessen rate ich zu einem nüchternen Blick auf die Energiebilanz eines Geschäfts, oder einer Unternehmung. Manchmal hilft „mehr“ Mühe nicht, sondern macht die Situation sogar noch viel schlimmer.

Wie Du eine solche Situation zu Deinem Vorteil ummünzen kannst, verrate ich Dir in meinem neuesten Buch! Eines sei aber bereits hier verraten: Manchmal bedeutet die Erkenntnis „verloren“ zu haben auch einen großen Gewinn, denn wenn Du es kapiert hast, wirst Du dich nicht weiter blindlings ins Unheil stürzen.

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